<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Ronald J. Pohoryles &#187; Wissenschaft und Forschung</title>
	<atom:link href="http://www.pohoryles.at/tag/wissenschaft-und-forschung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.pohoryles.at</link>
	<description>Europäische und Internationale Angelegenheiten</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Feb 2012 00:04:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Zur japanischen Katastrophe: Wenn wir Recht haben&#8230;</title>
		<link>http://www.pohoryles.at/2011/03/22/zur-japanischen-katastrophe-wenn-wir-recht-haben/</link>
		<comments>http://www.pohoryles.at/2011/03/22/zur-japanischen-katastrophe-wenn-wir-recht-haben/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 10:06:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft und Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraft]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Kernenergie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pohoryles.at/?p=1945</guid>
		<description><![CDATA[Aussage eines französischen Consultants im Jahr 1989:  "Es ist gut für die französische Atomindustrie, dass diese Bedenken immer stärker werden. Wenn wir Recht haben, werden wir in 10 Jahren in der Forschung einen uneinholbaren Vorsprung in Europa haben. Wenn Ihr Recht habt, wird die Erde trotzdem nicht untergehen; es werden zwar Regionen betroffen sein, aber die Auswirkungen sind regional begrenzt" <a href="http://www.pohoryles.at/2011/03/22/zur-japanischen-katastrophe-wenn-wir-recht-haben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 1989 führte das Institut (<a href="http://www.iccr-international.org">www.iccr-international.org</a>), das ich seit damals als Institutsvorstand leite, ein Projekt über die Rolle von wirtschaftsnahen Dienstleistungen in Europa durch. Inhaltlich ging es um das &#8220;Outsourcing&#8221; vormals unternehmensinterner Tätigkeiten in Europa. Externe Consultants übernahmen diese vormals internen Aktivitäten &#8211; von der Unternehmenskonzeption bis hin zur Werbung. In Österreich war der Prozess dieser Externalisierung noch wenig vorangeschritten.</p>
<p>Unter anderem führten wir in Frankreich einige Interviews durch, darunter mit dem Generaldirektor eines der in Europa führenden und weltweit agierenden Consulting-Unternehmen. Dabei erhielten wir schon 1989 (!) erstaunliche Einsichten in die Welt der Nuklearindustrie.<span id="more-1945"></span></p>
<p>Als gerade erst gegründetes, und damals recht kleines, Forschungsinstitut hatten wir um Interviews mit Consulting-Unternehmen in einigen europäischen Staaten gebeten, größeren, kleineren und ganz großen. Es gelang es uns, in Frankreich und Deutschland, damals europaweit führend im Consulting, ausreichend Interviews zu bekommen, um einen guten Bericht für das österreichische Wirtschaftsministerium zu erstellen. Die Studie wurde von diesem in Auftrag gegeben, weil die Entwicklung des Consulting-Sektors als Motor für Innovation gehalten wurde.</p>
<p>Erstaunlich war, dass die erste Zusage von einem französischen Unternehmen kam, das weltweit rund 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigte. Und noch dazu einen Termin mit dem Generaldirektor persönlich anbot.</p>
<p>Nach dem Interview lud uns dieser sogar zum Mittagessen ein. Und dabei erfuhren wir den Grund für dessen Bereitschaft: Er war erstaunt, dass sich Österreich in einem Plebiszit dazu entschlossen hatte, selbst die friedliche Nutzung der Atomenergie zu verweigern. Und neugierig, die Motive zu erfahren. In Frankreich war man nämlich stolz auf den technologischen Fortschritt, und es gab dort, unabhängig von der Weltanschauung, keinerlei Proteste dagegen, sondern vielmehr nationale Begeisterung.</p>
<p>Wir erklärten ihm die Bedenken, die, nach einer breit angelegten Informationskampagne, die bis heute beispielgebend ist, zur österreichischen Entscheidung geführt hatten. Ohne sich des Zynismus bewusst zu sein meinte er sinngemäß dazu:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Bedenken, die im Rest Europas der friedlichen Nutzung der Atomenergie entgegengebracht werden, mögen durchaus berechtigt sein; in Frankreich werden sie nicht geteilt. Und es ist gut für die französische Atomindustrie, dass diese Bedenken immer stärker werden. Wenn wir Recht haben, werden wir in 10 Jahren in der Forschung einen uneinholbaren Vorsprung in Europa haben. Wenn Ihr Recht habt, wird die Erde trotzdem nicht untergehen; es werden zwar Regionen betroffen sein, aber die Auswirkungen sind regional begrenzt&#8221;.</em></p></blockquote>
<p>Prophetische Aussagen: Frankreich produziert zwei Drittel seines Energiebedarfs aus Atomstrom, drei Viertel der Elektrizität wird so erzeugt. Die staatliche EdF (Électricité de France) betreibt sämtliche Atomreaktoren in Frankreich, 59 an der Zahl. Darüber hinaus ist die EdF auch europaweit an Stromproduzenten beteiligt, an privaten und an solchen mit öffentlicher Beteiligung. Darüber hinaus ist Frankreich auch ein &#8220;Major Player&#8221; im weltweiten Kernkraftwerksbau. Sarkozy persönlich hat sich 2007 bei Libyens (hoffentlich Noch-) Diktator für den Bau einer Kernkraftzentrale durch Areva eingesetzt, die ihrerseits unter direktem Staatseinfluss steht. Areva entwickelt und vertreibt Anlagen für den zivilen und militärischen Bereich; unter anderem auch die umstrittene Anlage in La Hague, die ausgebrannte Uranbrennstäbe national und international aufbereitet.</p>
<p>So hatte jener Generaldirektor eines der weltweit führenden französischen Consulting-Unternehmens Recht: Frankreich ist heute in der Nukleartechnologie führend, und der Schaden bei nuklearen Unfällen ist regional begrenzt.</p>
<p>Was aber lernen wir daraus? Nicht alles regelt der Markt zum Segen aller; der Staat muss Rahmenbedingung setzen. Und zwar verantwortungsbewusst, nicht nur national, sondern im Zeitalter der Globalisierung auch international. In Zeiten der &#8220;Post-Demokratie&#8221; (Dahrendorf), in denen der Nationalstaat wachsend weniger Bedeutung hat, bedarf es auch internationaler Spielregeln und effizienter Kontrolle. Utopie? Wagen wir doch, diese einzufordern.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pohoryles.at/2011/03/22/zur-japanischen-katastrophe-wenn-wir-recht-haben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schon 20.000 Menschen haben die Petition gegen den Kahlschlag der Wissenschaft</title>
		<link>http://www.pohoryles.at/2010/12/10/schon-20-000-menschen-haben-die-petition-gegen-den-kahlschlag-der-wissenschaft/</link>
		<comments>http://www.pohoryles.at/2010/12/10/schon-20-000-menschen-haben-die-petition-gegen-den-kahlschlag-der-wissenschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 12:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft und Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[EU Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungspolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pohoryles.at/?p=1685</guid>
		<description><![CDATA[Nach dem Lancieren einer Petition gegen die Pläne des Ministeriums, den außeruniversitären Sektor in der Forschung ohne Evaluation zurückzudrängen fand am 6.Dezember eine Kundgebung vor dem Wissenschaftsministerium statt, die auf die Folgen der &#8220;Sparpläne&#8221;, in Wahrheit des Kahlschlags der Wissenschaftslandschaft hinwies. &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2010/12/10/schon-20-000-menschen-haben-die-petition-gegen-den-kahlschlag-der-wissenschaft/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem Lancieren einer <a title="WISSEN:SCHAFFT:ÖTERREICH" href="http://wissenschaft.research.at/" target="_blank">Petition </a>gegen die Pläne des Ministeriums, den außeruniversitären Sektor in der Forschung ohne Evaluation zurückzudrängen fand am 6.Dezember eine Kundgebung vor dem Wissenschaftsministerium statt, die auf die Folgen der &#8220;Sparpläne&#8221;, in Wahrheit des Kahlschlags der Wissenschaftslandschaft hinwies. Dabei wurde,auch von einer Universitätsrätin, darauf hingewiesen, dass der Vorschlag der Ministerin, die außeruniversitären an die Universitäten anzugliedern, auf völliger Unkenntnis der Ministerin von der Situation der österreichischen Universitäten basiert: Diese sind derzeit strukturell kaum in der Lage, außeruniversitäre Institute zu integrieren, und dies nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus organisatorischen Gründen. Die Gewerkschaft hat sich mit den Forderungen der außeruniversitären Institute solidarisiert, weil  die Arbeitsplätze einer großen Zahl von erfolgreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch die Politik des Ministeriums gefährdet sind. <span id="more-1685"></span> </p>
<p>Der Erfolg bemisst sich unter anderem am internationalen Renommee, aber auch an der Vielzahl der eingeworbenen Projekte. Jener Rückfluß der ins Forschungsbudget der Europäischen Union von Österreich eingezahlten Mittel wird durch die Sparpolitik der Bundesregierung gefährdet, die aber genau den Umstand kritisiert, dass in Brüssel zu wenige Projekte eingeworben werden.</p>
<p>In meiner Eigenschaft als Institutsvorstand eines außeruniversitären Instituts wies ich in meiner Rede darauf hin, dass diese Politik de facto einen Ausstieg aus dem Europäischen Forschungsraum bedeutet, jenem Konzept, dass die Kommission mit den Mitgliedsstaaten verhandelt hatte, um die europäische Wissenschaft voranzutreiben. Nach dem Subsidiaritätsprinzip zahlt die Kommission 75%, die restlichen 25% müssen national aufgebracht werden. Ein Jahr ist schon verloren gegangen, in dem Österreich keine Zusatzfinanzierung geleistet hat. Damit sind auch die Rückflüsse von den Beiträgen, die Österreich zum Europäischen Forschungsrahmenprogramm leistet, aus Brüssel, untr den Möglichkeiten geblieben. Durch den Wegfall der Grundsubventionen wird eine ordentliche Vorbereitung von EU-Projekten und die Weiterbildung der Forscherinnen und Forscher im außeruniversitären Sektor deutlich erschwert, wenn nicht verunmöglicht. Nicht die Institute  lassen Geld in Brüssel liegen, wie die Politik gerne behauptet. Es ist die Politik, zum Schaden der österreichischen Forschungslandschaft, deren internationale Wettbewerbsfähigkeit unterminiert wird.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pohoryles.at/2010/12/10/schon-20-000-menschen-haben-die-petition-gegen-den-kahlschlag-der-wissenschaft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Veranstaltung der Plattform WISSEN:SCHAFFT:ÖSTERREICH</title>
		<link>http://www.pohoryles.at/2010/11/29/veranstaltung-der-plattform-wissenschafftosterreich/</link>
		<comments>http://www.pohoryles.at/2010/11/29/veranstaltung-der-plattform-wissenschafftosterreich/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 18:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft und Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pohoryles.at/?p=1660</guid>
		<description><![CDATA[Von der Plattform der Forschungsinstitute erreicht uns folgender Aufruf: Wissensgesellschaft ohne Wissenschaft &#8211; Bundesbudget stoppt Kulturmodell der Zukunft  Dienstag, 30. November 2010,  10:15 Uhr bis ca. 11:15 Uhr,  Café Prückel, Stubenring 24, 1010 Wien Liebe UnterzeichnerInnen der Plattform WISSEN:SCHAFFT:ÖSTERREICH, ich &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2010/11/29/veranstaltung-der-plattform-wissenschafftosterreich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von der <a title="WISSEN:SCHAFFT:ÖTERREICH" href="http://wissenschaft.research.at">Plattform der Forschungsinstitute </a>erreicht uns folgender Aufruf:</p>
<p><strong>Wissensgesellschaft ohne Wissenschaft &#8211; Bundesbudget stoppt Kulturmodell der Zukunft</strong> </p>
<p><strong>Dienstag, 30. November 2010</strong>,  <strong>10:15 Uhr bis ca. 11:15 Uhr, </strong><strong> </strong><a title="Café Prückl" href="http://maps.google.at/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Caf%C3%A9+Pr%C3%BCckel,+Wien&amp;sll=47.635784,13.590088&amp;sspn=11.002668,19.709473&amp;ie=UTF8&amp;hq=Caf%C3%A9+Pr%C3%BCckel,&amp;hnear=Wien&amp;ll=48.207859,16.380465&amp;spn=0.010267,0.019248&amp;z=16&amp;iwloc=A" target="_blank"><strong>Café Prückel, Stubenring 24, 1010 Wien</strong></a></p>
<p>Liebe UnterzeichnerInnen der Plattform WISSEN<em>:</em>SCHAFFT<em>:</em>ÖSTERREICH,</p>
<p>ich danke Ihnen im Namen aller Proponenten für Ihre persönliche Unterstützung der Plattform. Bis heute haben mehr als 18.600 das Anliegen unterschrieben.</p>
<p>Die &#8220;Wissenschaftskonferenz Österreich&#8221; ist gegründet und wehrt sich gegen einen Budgetentwurf, der den gesamten leistungsstarken Wissenschaftswirtschaftssektor schädigt und Österreich am Übergang in die Wissensgesellschaft zum Stolpern bringt.</p>
<p>Mit dieser Mail möchte ich Sie zu der morgen stattfindenden offenen  Pressekonferenz der Plattform extra-universitärer Wissenschaften einladen:</p>
<p>Anlass: <strong>Wissensgesellschaft ohne Wissenschaft &#8211; Bundesbudget stoppt Kulturmodell der Zukunft</strong></p>
<p><strong>Dienstag, 30. November 2010</strong>,  <strong>10:15 Uhr bis ca. 11:15 Uhr, </strong><a href="http://maps.google.at/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=Caf%C3%A9+Pr%C3%BCckel,+Wien&amp;sll=47.635784,13.590088&amp;sspn=11.002668,19.709473&amp;ie=UTF8&amp;hq=Caf%C3%A9+Pr%C3%BCckel,&amp;hnear=Wien&amp;ll=48.207859,16.380465&amp;spn=0.010267,0.019248&amp;z=16&amp;iwloc=A"><strong>Café Prückel, Stubenring 24, 1010 Wien</strong></a></p>
<p>Bitte machen Sie die Plattform auch weiter bekannt und ermuntern Sie Bekannte und Freunde sich unter mit <a title="WISSEN:SCHAFFT:ÖTERREICH" href="http://wissenschaft.research.at ">Ihrer Unterschrift gegen den budgetären Kahlschlag </a>eines ganzen Wissenschaftssektors zu wehren.</p>
<p>Mit bestem Dank und herzlichen Grüßen<br />
für die Proponenten</p>
<p>Ihr</p>
<p>Peter A. Bruck</p>
<p>Sprecher der Plattform</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pohoryles.at/2010/11/29/veranstaltung-der-plattform-wissenschafftosterreich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gegen den budgetären Kahlschlag der Wissenschaft -Intellektuelle Infrastruktur Österreichs zerstört</title>
		<link>http://www.pohoryles.at/2010/11/04/gegen-den-budgetaren-kahlschlag-der-wissenschaft-intellektuelle-infrastruktur-osterreichs-zerstort/</link>
		<comments>http://www.pohoryles.at/2010/11/04/gegen-den-budgetaren-kahlschlag-der-wissenschaft-intellektuelle-infrastruktur-osterreichs-zerstort/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 17:47:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[LIF]]></category>
		<category><![CDATA[Media]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft und Forschung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pohoryles.at/?p=1634</guid>
		<description><![CDATA[Das Sparbudget geht um, und nicht nur in Österreich, sondern europaweit. Nunmehr ist Sparen per se  durchaus begrüßenswert. Die Art und Weise aber, wie das geschieht, auf die kommt es an! In Österreich wird &#8211; neben der Peinlichkeit, die Entwicklungszusammenarbeit, &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2010/11/04/gegen-den-budgetaren-kahlschlag-der-wissenschaft-intellektuelle-infrastruktur-osterreichs-zerstort/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Sparbudget geht um, und nicht nur in Österreich, sondern europaweit. Nunmehr ist Sparen <em>per se</em>  durchaus begrüßenswert. Die Art und Weise aber, wie das geschieht, auf die kommt es an!</p>
<p>In Österreich wird &#8211; neben der Peinlichkeit, die Entwicklungszusammenarbeit, auf beschämenden Niveau, nochmals zu kürzen -  gerade bei jenen Zukunftsinvestitionen gespart, die von allen kompetenten Institutionen gefordert werden: etwa bei Forschung und Lehre.</p>
<p>Im Bereich der Sozialwissenschaften hat Österreich einen starken Sektor: die unabhängigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Gerade diesem &#8211; auch auf EU-Ebene kompetitiven &#8211; Sektor droht nun das Aus. Die Plattform WISSEN/SCHAFT/ÖSTERREICH hat nun einen Aufruf verfasst und hofft auf breite <a title="Plattform Wissen/schafft/Österreich" href=" http://wissenschaft.research.at" target="_blank">Unterstützung durch Unterschriften auf ihrer Homepage. </a></p>
<p>Solche Initiativen machen durchaus Sinn: Mit ähnlichen Aktionen konnte Österreichs Beteiligung am CERN und das RSO-Symphonieorchester gerettet werden.<span id="more-1634"></span></p>
<p>Hier der Text des Aufrufs</p>
<blockquote><p><em>Der in der Loipersdorfer Regierungsklausur beschlossene Budgetentwurf eliminiert vollständig die Finanzierung der freien Wissenschaft und Forschung in Österreich. Alle Institute und Einrichtungen, die nicht im Eigentum von Bund oder Ländern stehen, werden ab 2011/12 budgetär auf NULL gesetzt! Hier geht es nicht um einen anteiligen Beitrag zum Sparen, sondern um eine Auslöschung von geistigem Kapital Österreichs und einer intellektuellen Infrastruktur, die über mehrere Jahrzehnte aufgebaut wurde.</em></p>
<p><em> </em><em><strong>Leistung für das Land: Systemrelevant</strong></em></p>
<p><em>Die Zukunft unseres Landes hängt vor allem auch davon ab, wie es gelingt, Wissen in Wert zu setzen. Die Institute und Einrichtungen der extra-universitären Wissenschaft leisten dies in entscheidenden Bereichen, vom Wissenstransfer von Universitäten in Wirtschaft und Gesellschaft zur Analyse und Prognose wirtschaftlich/gesellschaftlicher Entwicklungen, von nationalen Dokumentationen bis zum internationalen Exzellenzaufbau. Sie bilden wissenschaftlichen Nachwuchs aus, forschen zielorientiert und sind unbürokratisch.</em></p>
<p><em> </em><em><strong>Finanzierung  aus öffentlicher Hand</strong></em></p>
<p><em>Die Institute der extra-universitären Wissenschaft erwirtschaften zwischen 30 und 80 % ihrer Finanzierung aus Aufträgen und auf dem wettbewerblichen Forschungsmarkt. Sie sind erfolgreich im Inland und entscheidend für die hervorragende Bilanz Österreichs in der Einwerbung von EU Forschungsmitteln in den Rahmenprogrammen wie auch in Spezialprogrammen. Sie erhalten eine Grundlagenfinanzierung bzw. substantielle Projektfinanzierung durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.</em></p>
<p><em> </em><em><strong>Entzug der Existenz – Kein Sparen sondern Kahlschlag</strong></em></p>
<p><em>Den Instituten und Einrichtungen der extra-universitären Wissenschaft wird nun die Existenzgrundlage entzogen. Das vorliegende Budget spart nicht, sondern  setzt die Grundlagenfinanzierung einfach auf Null. Damit wird der Wissenschaftsstandort Österreich in einem entscheidenden Bereich kahl geschlagen, das Gesamtsystem  ungeheuer geschwächt und die Entwicklung der Wissensgesellschaft in diesem Lande nachhaltig torpediert.</em></p>
<p><em> </em><em><strong>Ziel der Plattform – Entwicklung der Diversität</strong></em></p>
<p><em>Wissen: schafft: Österreich hat 4 Ziele:</em></p>
<ol>
<li><em>den Wissensbeitrag der Institutionen für Österreich darzustellen; </em></li>
<li><em>die dramatischen Konsequenzen eines Kahlschlages aufzuzeigen;</em></li>
<li><em>den entsprechenden, öffentlichen Druck in der Budgetfindung zu sichern, </em></li>
<li><em>jene Mitglieder in Bundesregierung und Parlament zu unterstützen, die die Diversität im Wissenschaftssystem erhalten und stärken wollen.  </em></li>
</ol>
<p><a title="Plattform Wissen/schafft/Österreich" href="  http://wissenschaft.research.at" target="_blank"><em> </em><em><strong>Unterstützung der Plattform – Unterschrift</strong></em></a></p>
<p><em>Mit meiner Unterschrift unterstütze ich die Plattform und wende mich gegen den drohenden budgetären Kahlschlag der Wissenschaft in Österreich:   </em><a href="http://wissenschaft.research.at/"><em>http://wissenschaft.research.at</em></a></p>
<p><em> </em></p></blockquote>
<p>Für Rückfragen: <a href="mailto:wissenschaft@research.at">wissenschaft@research.at</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pohoryles.at/2010/11/04/gegen-den-budgetaren-kahlschlag-der-wissenschaft-intellektuelle-infrastruktur-osterreichs-zerstort/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zum Gelben Salon am 21.9.: Nach der Krise ist vor der Krise?</title>
		<link>http://www.pohoryles.at/2010/09/17/zum-gelben-salon-am-21-9-nach-der-krise-ist-vor-der-krise/</link>
		<comments>http://www.pohoryles.at/2010/09/17/zum-gelben-salon-am-21-9-nach-der-krise-ist-vor-der-krise/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 11:19:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[ELDR]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Liberale Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[LIF]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Liberale]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft und Forschung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pohoryles.at/?p=1525</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema der Veranstaltung am 21.9.2010 (16h-20h, Palais Strudlhof; Anmeldung unter lzf@liberale.at noch möglich) ist hochaktuell: Liberale Antworten auf die Krise sind nach wie vor ein umstrittenes Thema.  Wirtschaftspolitische Vorstellungen variieren unter Liberalen zwischen Keynes und von Hayek; teils finden &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2010/09/17/zum-gelben-salon-am-21-9-nach-der-krise-ist-vor-der-krise/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema der <a title="Gelber Salon" href="http://www.pohoryles.at/2010/09/08/gelber-salon-zur-finanzkrise-am-21-9-was-leistet-der-markt-welche-regulierungen-sind-notig/" target="_blank">Veranstaltung am 21.9.2010 (16h-20h, Palais Strudlhof</a>; Anmeldung unter <a href="mailto:lzf@liberale.at">lzf@liberale.at</a> noch möglich) ist hochaktuell: <a title="ELDR zur Krise" href="http://www.pohoryles.at/2010/07/01/eldr-tagung-euronomics-%e2%80%93-rettungsaktion-oder-pleite-bericht-uber-ein-kontroverses-thema/">Liberale Antworten auf die Krise </a>sind nach wie vor ein umstrittenes Thema.  Wirtschaftspolitische Vorstellungen variieren unter Liberalen zwischen Keynes und von Hayek; teils finden sie Kompromisse, teils führt dies auch zur Mitgliedschaft mehrerer Parteien bei der ELDR.</p>
<p>Nach einem ersten Bemühungen von staatlichen Kriseninterventionen in den USA und in der EU, die das Schlimmste verhinderten, scheinen die <a title="ELDR zum ECOFIN" href="http://www.pohoryles.at/2009/12/03/940/" target="_blank">Reformbemühungen zu erlahmen</a>. Insbesondere hinsichtlich der notwendigen Regulierungen des Finanzmarkts als auch anderer staatlicher Interventionen  besteht<a title="USA-Europa" href="http://www.pohoryles.at/2010/05/24/der-weg-der-lemminge-%e2%80%93-oder-warum-europa-aus-der-krise-lernen-solte/" target="_blank"> innerhalb der EU Uneinigkeit</a>. Die Bemühungen um die Einrichtung einer europäischen Ratingagentur sind bisher von ebenso wenig von Erfolg gekrönt wie die Frage der gemeinschaftlichen Wirtschaftspolitik.</p>
<p>Hier einige meiner Thesen, die ich bei der Veranstaltung vorstellen werde.</p>
<p><span id="more-1525"></span></p>
<p> Die große Weltwirtschaftskrise 1929 kann sowohl hinsichtlich der Ursachen der Krise einige Aufschlüsse geben als auch für Erfolg und Nichterfolg der Politik Aufschluss geben. Dass<a title="OECD zur Einkommensungleichheit" href="http://www.oecd.org/dataoecd/45/26/41525363.pdf" target="_blank"> effiziente und effektive Politik </a>eine wesentliche Rolle spielt, hat die OECD deutlich gemacht.</p>
<p>Einige Lehren aus 1929 wurden jedenfalls nach dem Ausbrechen der Finanzkrise in den USA gezogen, jedenfalls, was die ersten Interventionen NACH dem Ausbruch betreffen: Finanz- und geldpolitische Maßnahmen scheinen den Schaden begrenzt zu haben, wenn auch Ungewissheit darüber herrscht, wie die Folgen (hohe Staatsverschuldung und Probleme am Arbeitsmarkt) bewältigt werden können. </p>
<p>Lässt sich die Krise in der jüngsten Vergangenheit mit 1929 und danach vergleichen? In wesentlichen Punkten durchaus:  Es war absehbar, dass alles auf diese Krise zusteuerte. Die Deregulierung der Finanzmärkte mit verschachtelten Banken- und Finanzkonstruktionen, die zu immer undurchschaubareren Finanzprodukten führten, gab es vor 1929 ebenso wie vor der jetzigen Krise.</p>
<p>Die Krise ist ohne Zweifel in den USA ausgelöst worden, sichtbar spätestens mit dem Zusammenbruch von Lehman Bros. Dieser Zusammenbruch hat die Verwundbarkeit des internationalen Finanzmarkts deutlich gemacht; ein Anlass, die Ursachen liegen tiefer.</p>
<h2>Indizien</h2>
<p>Mangelnde Regulierung der Finanzmärkte hat vor dem Ausbruch der Krise neue Helden erschaffen; heute wie damals:  Jene erfolgreichen Finanzmagier, die heute am Pranger stehen. Hohe Boni stimulieren die Risikobereitschaft, schon gar mit fremdem Geld. Dies war schon 1929 so: ein äußerst attraktives Bonus-System bei relativ niedrigen Einkommen heizte die Spekulation an. Charles E. Mitchell, Generaldirektor der National City Bank, verdiente im Jahr  1928 jährlich als Gehalt &#8220;lediglich&#8221; 25.000 US-$ (zum Vergleich: ein Senator 10.000 US-$), aber 1.3 Millionen US-$ als Bonus. Ein Held jener Zeit; 1933 wurde er zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. </p>
<p>Schon damals hatten Bankangestellte mit Kundengeldern gespielt und verloren. Wie sich die Geschichte wiederholt: Die renommierte, 1717 gegründete Barrings Bank ging daran 1995 zugrunde, eine erste Warnung, die nicht ernst genommen wurde. Die angesehene Société Générale wurde mit Staatsgeldern gerettet. Ein einfacher Trader hatte Milliarden verspekuliert. Auffällige Parallelen&#8230;</p>
<p>Auch Betrug war mit im Spiel: Charles Ponzi verkaufte im Schneeball-System Landanteile in Florida; die Anteile, die Ponzi verkaufte,  stiegen in schwindelerregende Höhen. Sie existierten freilich nicht, ebenso wenig wie Madoff&#8217;s Finanzprodukte. Hier wie dort ist der Schwindel erst aufgeflogen, als die Krise ausgebrochen war.</p>
<p>Die strukturellen Probleme, die sich in der Krise von 1929 und in der jüngsten Vergangenheit zeigten, weisen auffällige Parallelen auf.  Die fünf wichtigsten Ursachen waren nach John Kenneth Galbraith:</p>
<ul>
<li>Ungleiche Einkommensverteilung</li>
<li>Schlechte Struktur des Finanzsektors</li>
<li>Schlechte Bankenstruktur</li>
<li>Die Außenhandelsbilanz</li>
<li>Schwache wirtschaftspolitische Kenntnisse und der Triumph der Ideologie</li>
</ul>
<h2>Ungleiche Einkommensverteilung</h2>
<p>Die obersten 5% verdienten 1/3 des Nationaleinkommens. Das bedeutete, dass das Verhältnis der Einkommen aus Zinsen, Dividenden und Mieten deutlich höher waren als etwa in der Zeit nach dem 2. WK. Daraus ergab sich eine hohe Abhängigkeit der Wirtschaft von Investitionen und Nachfrage nach Luxusgütern. Beides ging nach dem Crash im Oktober 1929 zurück.</p>
<p>Die Einkommensstruktur im OECD-Raum hat sich in den letzten 20 Jahren verschlechtert,  die <a title="OECD zur Einkommensungleichheit" href="http://www.oecd.org/dataoecd/45/26/41525363.pdf" target="_blank">Ungleichheit ist gewachsen </a>.Dadurch ist auch das Volumen der Finanzspekulationen deutlich gestiegen und hat zum Crash beigetragen; die Realwirtschaft wird dadurch geschädigt, dass die Massenkaufkraft sinkt.</p>
<h2>Schlechte Struktur des Finanzsektors</h2>
<p> Die immer unübersichtlichere Struktur der Holdingfirmen und der Investmentfirmen führte  1929 zu unabsehbaren Risiken. Die Holdingfirmen kontrollierten den Infrastrukturbereich, im besonderen auch die Bahnen und die Vergnügungsindustrie. Damit wurde auch die Gefahr schlagend, dass die Hebelwirkung sich umdrehte.</p>
<p>Es waren die Investmentbanken mit ihren unübersichtlichen Strukturen und den &#8220;strukturierten Produkten, die jüngst das Kartenhaus zum Einsturz brachten.</p>
<p>Die Deregulierung der Finanzmärkte spielte eine wichtige Rolle zum Entstehen der Krise, 1929 ebenso wie heute: Leerverkäufe und unübersichtliche Finanzderivate haben den Ausbruch hervorgerufen, Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Einer der erfolgreichsten Akteure in der Finanzspekulation, George Soros, hat schon vor Jahren öffentlich erklärt, er würde, wäre er Finanzminister, den spekulativen Handel mit Derivaten zu verbieten. Soros sprach sicher nicht <em>pro domo</em>&#8230;</p>
<p>Ein weiteres Problem ist die Währungsspekulation, die zu sogenannten <em>Carry trades</em> führt: der Ausnutzung von günstigen Zinssätzen durch Erwerb von Fremdwährungen mit geliehenem Geld. Die Carry trades sind ein Dorn im Auge des IWF: &#8220;Diese Geschäfte dürften zum Aufwertungsdruck auf den Euro und Währungen der Emerging Markets beitragen&#8221;.  Analysten gehen davon aus, dass der Leitzins in den USA wegen der schwachen Konjunktur noch mindestens ein halbes Jahr in der Nähe von null verweilen wird. Die Carry trades sorgen für zusätzlichen Druck auf den Dollar, weil die Investoren für Investments außerhalb der USA fremde Währung aufnehmen und aus dem Dollar aussteigen. Spekulanten profitieren zusätzlich zum Zins-Differenzial vom Dollar-Verfall, weil sie ihre Schulden zu einem niedrigeren Kurs begleichen.</p>
<p>Das könnte zu einer weiteren Blase führen: Das billig geliehene Geld fließt nicht nur in festverzinsliche Papiere, sondern auch in Aktien oder Rohstoffe, was die Preise in die Höhe treibe. Da die Investments auch noch stark kreditfinanziert seien, würde ein Zinsschritt zu einer &#8220;Massenpanik&#8221; führen, glaubt Roubini.</p>
<h2>Schlechte Bankenstruktur</h2>
<p>Durch die Depression  wurde 1929 die Schwäche des Bankensektors deutlich: Kredite wurden aufgrund des geringeren Werts der Sicherheiten oder des Zusammenbruchs der Märkte, in denen der jeweilige Kreditnehmer tätig war, &#8220;faul&#8221;. Das führte letztlich auch zu einem Domino-Effekt der Banken: Die wirtschaftlich Schwachen zerstörten nicht nur andere Schwache,  sondern schwächten auch die Starken.</p>
<p>Fraglos, die Bankenstruktur war in der jüngsten Krise eine andere – obwohl beim Ausbruch der Krise in den USA zahlreiche kleinere Finanzinstitute Konkurs anmelden mussten. Es waren die &#8220;unsinkbaren Schiffe&#8221; und die mangelnde Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, die letztlich die Finanzkrise – und damit die Wirtschaftskrise nebst gestiegener Staatsverschuldung &#8211; auslöste.</p>
<h2>Die Außenhandelsbilanz</h2>
<p>Die USA wurde vor 1929 in großem Stil Gläubiger, weil die Exporte florierten und der eigene Markt durch Schutzzölle abgeschottet war. Die Exporte waren meist kreditfinanziert, und die Schuldner mussten Kapital und Zinsen bedienen.  Dies geschah durch immer neue Kredite. Diese wurden an die Regierungen gegeben, vorwiegend an die deutsche und lateinamerikanische. Die Gewinne der Kreditversicherer waren aufgrund der großen Nachfrage hoch, auch Korruption war mit im Spiel. Die hochverschuldeten Länder waren immer weniger imstande, die Kredite zu bedienen, und ihre Exporte blieben aufgrund der Schutzzölle niedrig. Dies schädigte auch die Exportwirtschaft der USA: Die Schuldnerländer mussten ihre Importe reduzieren.</p>
<p>Ungleichheiten in der Außenhandelsbilanz bestehen weiterhin, auch wenn die USA größter Schuldner und nicht größter Gläubiger ist.  </p>
<h2>Schwache wirtschaftspolitische Kenntnisse und der Triumph der Ideologie</h2>
<p>Die USA versuchten 1929 die Quadratur des Kreises: Erreichung eines ausgeglichenen Budgets und Erhöhung der Kaufkraft in einer Situation niedriger Löhne und niedriger Investitionen.  Während die Goldreserven einen neuen Höchststand erreichten, führte diese Politik zu Massenarbeitslosigkeit und Deflation. Wenig wurde dazu beigetragen, den Zugang zu Krediten zu erleichtern oder die Zinsen zu senken. Die Ökonomen jener Zeit rieten zum Verzicht auf die Instrumente staatlicher Intervention, der Finanzpolitik (Steuern und Staatsausgaben) und der Geldpolitik.<strong></strong></p>
<p>Gegenwärtig basiert die europäische Wirtschaftspolitik auf vier Mythen, die effiziente und effektive Politik behindern:</p>
<ul>
<li>Durch Schulden würde die Inflation angeheizt;</li>
<li>Schulden würden Wachstum behindern, durch Schuldenabbau würde daher das Wachstum gefördert;</li>
<li>Schulden würden die nachkommende Generation belasten; und</li>
<li>Schulden machten ärmer, deshalb müsse gespart werden.</li>
</ul>
<p>Das kann stimmen, muss aber nicht:</p>
<ul>
<li>Grundsätzlich wird die Inflation nur durch eine Lohn-Preis-Spirale angeheizt. Die ist derzeit in nennenswertem Ausmaß nicht zu erwarten. Produktive Staatsverschuldung erweitert zwar das Gesamteinkommen aus Arbeit, weil sie Arbeit schafft. Deswegen allein ist eine stärkere Inflation freilich nicht zu erwarten.</li>
<li>Es kommt nicht darauf an, ob die Gesamtverschuldung steigt oder nicht; sondern auf die Art der Ausgaben, wofür öffentliche Ausgaben aufgewendet werden. Investive Ausgaben stimulieren Arbeit und erhöhen damit die Massenkaufkraft.  Da Staatsverschuldung in Relation zum BIP gesehen werden muss, können Sparprogramme sogar zu höherer Staatsverschuldung führen, da durch den negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum die Staatseinnahmen aus Steuern sinken.<br />
Darüber hinaus schafft der Staat durch Anleihen Geldkapital,  das wiederum Konsum und Investitionen anstößt. Schulden dürfen aber mittelfristig nicht schneller wachsen als das BIP und im Aufschwung müssen sie abgebaut werden.</li>
<li>Wenn die Schulden im globalen Wirtschaftsaufschwung  abgebaut werden, sinkt auch die Gefahr, dass die Verschuldung nachkommende Generationen belastet.</li>
<li>Schulden machen nicht zwangsläufig ärmer: investive und zukunftsträchtige Staatsausgaben  führen zu höherem Wachstum und daher zu höheren Steuereinnahmen. Gerade Forschung, Bildung und Infrastruktur sind Zukunftsausgaben, die zur Wertschöpfung beitragen.  <br />
Beim Sparen kommt es auf das Wie an: Bei Zukunftsausgaben und Investitionen in Infrastruktur zu sparen belastet die künftigen Generationen deutlich stärker; hingegen ist Sparen durch eine effiziente Verwaltungsreform ein Gebot der Stunde.</li>
</ul>
<p>Die Gefahr einer noch tieferen Krise nach einer kurzen Erholung ist durchaus gegeben: Austerity-Politik kann eine massive Rezession auslösen, strikte Politik der Schuldenbegrenzung, wie sie derzeit im Euro-Raum betrieben wird, hemmt das Wirtschaftswachstum, verschärft noch dadurch, dass zugleich wirksame Regelungen für den Finanzmarkt nicht in Sicht sind. Basel III ist darauf keine Antwort: Da zwischen Geschäfts- und Investmentbanken nicht unterschieden wird und die Erhöhung des Eigenkapitals für beide Sektoren in gleichem Ausmaß gilt, trifft potentielle Kreditverknappung auch die Realwirtschaft. Darüber hinaus fehlt eine wirksame europäische Rating-Agentur unter öffentlicher Kontrolle, und die privaten amerikanischen Rating-Agenturen können auch bei grobem Versagen nicht zur Verantwortung gezogen werden.</p>
<p>Hier sind jene Grundprobleme zu sehen, auf die liberale Antworten gefragt sind. Die <a title="Barcelona-Resolution" href="http://www.eldr.eu/media/cms/ADOPTED_ThemeResolution_Barcelona.pdf" target="_blank">Barcelona-Resolution des ELDR-Kongresses </a>im Vorjahr ist der Beginn einer Erarbeitung dieser, keinesfalls das fertige Konzept.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pohoryles.at/2010/09/17/zum-gelben-salon-am-21-9-nach-der-krise-ist-vor-der-krise/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

