Posts Tagged ‘Wissenschaft und Forschung’

Schuld ist Europa? Anmerkung zur gestrigen Demonstration gegen den Bologna-Prozess

von Ronald J. Pohoryles am 14. März 2010 | 3 Kommentare

Mehrere tausend Teilnehmer sind gestern Nachmittag durch Wien gezogen, um gegen das neue Bologna-Studiensystem und die Jubiläumskonferenz zu zehn Jahren Bologna-Prozess gestern und heute in Budapest und Wien zu demonstrieren. Die Intention ist verständlich – aber geht der Protest nicht in eine falsche Richtung? (weiterlesen…)

Erfolg der Zivilgesellschaft: Keine Ehrung von Holocaust-Leugner

von Ronald J. Pohoryles am 18. Januar 2010 | 1 Kommentar

Mehrere Organisationen, darunter auch das Liberale Forum haben gegen die Verleihung des Goldenen Ingenieursdiploms an den Holocaust-Leugner Lüftl protestiert. Auch auf diesen Seiten war über diesen Skandal zu lesen. Das Rektorat der Technischen Universität (TU) Wien teilt nunmehr mit, dass die kürzlich erfolgte Ehrung des Absolventen Walter Lüftl widerrufen wurde. Der Ingenieur hatte 1991 ein “Gutachten” erstellt und darin die technische Unmöglichkeit des Massenmordes an den Juden behauptet.

Zeit zu kämpfen, Zeit zu studieren; ein Appel

von Ronald J. Pohoryles am 11. Dezember 2009 | Kein Kommentar

Es ist in der Tat erstaunlich, was Österreichs Studierende erreicht haben:

  • Eine Bildungsdiskussion in Österreich, die Medien und Öffentlichkeit verstanden und unterstützt haben;
  • eine Aufstockung des Universitätsbudgets, die ohne die massive Bewegung der Studierenden nicht erreicht werden hätte können;
  • internationale Solidarität und Beispielwirkung in Ländern, die früher in studentischen Bewegung führend waren;
  • überzeugend durch Wort und Tat zu beweisen, dass der Widerstand der Studierenden kein Kampf für Privilegien der Bildungsschicht ist, sondern auch andere gesellschaftliche Probleme thematisiert.

Damit ist noch keineswegs alles erreicht, was für die Qualitätsverbesserung der österreichischen Universitäten nötig ist. Nun aber ist der Moment gekommen, die Besetzungen zu beenden und auf andere Weise Reformen durchzusetzen. Aus einem Sieg können Niederlagen werden, wenn der Bogen überspannt wird. (weiterlesen…)

Universitätsranking zeigt: Österreichische Universitätspolitik ist nicht lernfähig

von Ronald J. Pohoryles am 12. Oktober 2009 | Kein Kommentar

Ich bin zwar kein Freund von Rankings aller Art: Sie sind methodisch durchaus fragwürdig und geben zwar den Rangplatz, nicht aber den Abstand zwischen den Universitäten ab. Die Medien tragen durch unsachgemäßen Umgang mit den Ergebnissen das Ihrige dazu bei. Der Punkteabstand zwischen den einzelnen Universitäten wird zwar von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern berichtet und ist oft sehr gering. Diskutiert wird aber meist nur das Ranking. Wissensproduktion unterscheidet sich aber von den Sportarten, wo es um Hundertstelsekunden geht.

Fakt ist aber: Österreich schwächelt im akademischen Bereich, und dies schon seit langem.  In diesem Sinn scheint das Universitätsranking der Times die Realität wiederzugeben: Als einzige heimische Hochschule ist nur die Universität Wien in den Top 200 vertreten. Der Hauptgrund dafür ist das schlechte Betreuungsverhältnis. Und schon ist sie wieder da: die Diskussion um Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. Wissenschaftsminister Johannes Hahn hat sich in der ORF-Pressestunde für die Wiedereinführung von Studiengebühren ausgesprochen: “”Alle topgereihten Unis haben Studiengebühren und Auswahlverfahren.” Genau das verdeckt aber das wahre Problem des österreichischen Hochschulsystems.

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