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	<title>Ronald J. Pohoryles &#187; Vichy</title>
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		<title>Heute vor 70 Jahren – Der Grundstein für Europa wurde in London gelegt</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 11:29:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;La France a perdu une bataille, mais la France n&#8217;a pas perdu la guerre!&#8221; – dieser Aufruf des General de Gaulle hat den Widerstand gegen die Nazis und gegen das Pétain-Regime gestärkt; die Résistance hat in Frankreich eine bedeutend größere Rolle gespielt als in Österreich, und Schuschniggs &#8220;Gott schütze Österreich&#8221; ist wohl eher ein Armutszeugnis denn ein Aufruf zum Widerstand gegen die Nazi-Okkupation.<span id="more-1338"></span></p>
<p>Anders als Daladier und Chamberlain, die den absurden &#8220;Friedenspakt&#8221; mit Hitler abgeschlossen hatten, war de Gaulle ebenso wie Winston Churchill klar: Mit einem Nazi-Deutschland kann es keinen Frieden geben. Sie sollten Recht behalten.</p>
<p>Am 18. Juni 1940 kam es zu einem Mittagessen zwischen de Gaulle, dem General Spears und dem Informationsminister Duff Cooper; de Gaulle schlug vor, seine historische Rede über BBC weltweit zu verbreiten. Die beiden britischen Gesprächspartner waren für diesen Vorschlag; eine Stunde zuvor hatte allerdings das britische Kriegskabinett beschlossen, auf Pétain zu setzen. Spears suchte deshalb Churchill auf – und dieser genehmigte die Ausstrahlung von de Gaulles Rede. De Gaulle machte in dieser Rede klar: Dieser Krieg ist ein Weltkrieg. Churchill konnte die Unterstützung brauchen; längst nicht alle Briten waren von der Notwendigkeit des Kriegseintritts überzeugt. Offene Nazi-Sympathisanten, darunter der zum Rücktritt gezwungene König Edward VII, waren für Neutralität oder gar für eine Allianz mit Nazi-Deutschland.</p>
<p>Interessant ist dabei ein Detail, das weitgehend in Vergessenheit geraten ist: Am späten Abend des 18. Juni hat das britische Parlament den Grundstein für eine Europäische Union gelegt. Es hat einen Vorschlag von Jean Monnet, nebenRobert Schuman einer der wichtigsten europäischen Visionäre, aufgegriffen: &#8220;Frankreich und Großbritannien werden künftig nicht mehr zwei Nationen sein, sondern eine französische-britische Union&#8221; heißt es in der Erklärung. Und weiters: &#8220;Diese Union wird gemeinsame Behörden für die Verteidigung, die Außenpolitik sowie die Finanz- und Wirtschaftspolitik einrichten.&#8221; Für die Bürgerinnen und Bürger beider Staaten sollte in Zukunft eine Doppelstaatsbürgerschaft gelten.</p>
<p>Dass es so nicht ganz gekommen ist, wissen wir mittlererweile. Auch wenn unsere Reisepässe den Aufdruck auch den Aufdruck &#8220;Europäische Union&#8221; haben, gibt es keine europäische Staatsbürgerschaft. Auch Doppelstaatsbürgerschaften gibt es kaum, und sie sind in manchen Mitgliedsstaaten äußerst erschwert. Aber immerhin: Der erste Grundstein wurde vor 70 Jahren gelegt.</p>
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