Posts Tagged ‘Universitäten’

Schuld ist Europa? Anmerkung zur gestrigen Demonstration gegen den Bologna-Prozess

von Ronald J. Pohoryles am 14. März 2010 | 3 Kommentare

Mehrere tausend Teilnehmer sind gestern Nachmittag durch Wien gezogen, um gegen das neue Bologna-Studiensystem und die Jubiläumskonferenz zu zehn Jahren Bologna-Prozess gestern und heute in Budapest und Wien zu demonstrieren. Die Intention ist verständlich – aber geht der Protest nicht in eine falsche Richtung? (weiterlesen…)

Für Freiheit der Wissenschaft und internationale Kooperation – Gegen den politisch motivierten Boykott Spaniens gegen israelische Wissenschaftseinrichtungen

von Ronald J. Pohoryles am 9. Februar 2010 | 1 Kommentar

Von den Scholars for Peace in the Middle East Board of Directors erreicht uns ein Aufruf zur Unterzeichnung einer Petition gegen einen politisch motivierten Stop einer Kooperation einer israelischen Universität mit Solar Decathlon. Diese Massnahme widerspricht der europäischen Politik der Kooperation mit Drittstaaten; Israel ist offiziell als “associated country” an den Europäischen Forschungsrahmenprogrammen beteiligt . Gerade einem Land, das derzeit die Päsidentschaft der EU innehat, ist vorzuhalten, dass es damit nicht nur gegen die offizielle Politik der Europäischen Union, aber auch – noch schlimmer – gegen den Grundsatz der Freiheit der Wissenschaft und Forschung und der internationalen Kooperation verstößt.

Selbstverständlich hat dies nichts mit einer Unterstützung der israelischen Besatzungspolitik zu tun. Es geht hier ausschließlich um Freiheit der Wissenschaft und Forschung.

Hintergrund ist der ausschließlich politisch motivierte Auschluß des Ariel University Center von Solar Decathlon ist von der spanischen Regierung auf Druck der “Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel” beschlossen worden

Ich ersuche alle Leserinnen und Leser dieses Blogs, die Petition der SPME zu unterstützen.
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Zeit zu kämpfen, Zeit zu studieren; ein Appel

von Ronald J. Pohoryles am 11. Dezember 2009 | Kein Kommentar

Es ist in der Tat erstaunlich, was Österreichs Studierende erreicht haben:

  • Eine Bildungsdiskussion in Österreich, die Medien und Öffentlichkeit verstanden und unterstützt haben;
  • eine Aufstockung des Universitätsbudgets, die ohne die massive Bewegung der Studierenden nicht erreicht werden hätte können;
  • internationale Solidarität und Beispielwirkung in Ländern, die früher in studentischen Bewegung führend waren;
  • überzeugend durch Wort und Tat zu beweisen, dass der Widerstand der Studierenden kein Kampf für Privilegien der Bildungsschicht ist, sondern auch andere gesellschaftliche Probleme thematisiert.

Damit ist noch keineswegs alles erreicht, was für die Qualitätsverbesserung der österreichischen Universitäten nötig ist. Nun aber ist der Moment gekommen, die Besetzungen zu beenden und auf andere Weise Reformen durchzusetzen. Aus einem Sieg können Niederlagen werden, wenn der Bogen überspannt wird. (weiterlesen…)

Versäumnisse in der Universitätspolitik: Studentinnen und Studenten wehren sich

von Ronald J. Pohoryles am 27. Oktober 2009 | 2 Kommentare

Die Versäumnisse der Hochschulpolitik in den letzten Jahren haben zu so unerträglichen Zuständen geführt, dass nun die Studierenden sich auch in Österreich zu wehren beginnen. Die Bewegung hat mit den Protesten der Studentenbewegung in den 1960er Jahren wenig zu tun; es geht um die katastrophalen Studienbedingungen. Auch in Frankreich ist diese Tendenz  spätestens seit den Studentenprotesten 2006 deutlich geworden: Es geht um Studienbedingungen und, jedenfalls in Frankreich, um Karrierechancen.  In Frankreich haben die Proteste zwar noch zu keinen nachhaltigen Verbesserung des Zustands der Universitäten geführt; aber 2006 konnte eine Gesetz zu Fall gebracht werden, dass die Arbeitsbedingungen bei der Aufnahme der ersten Berufstätigkeit deutlich verschlechtert hätte (und das nicht nur für Studierende). Zu hoffen, dass der Protest die hilflose österreichische Universitätspolitik endlich aufrüttelt. Bedauerlich, dass sich die Lehrenden kaum mit der spontanen Bewegung solidarisieren. (weiterlesen…)