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	<title>Ronald J. Pohoryles &#187; Türkei</title>
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		<title>Säbelrasseln im Mittelmeer: Die Türkei entfernt sich immer stärker von Europa</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 12:46:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einem bemerkenswerten Kommentar  weist Liana Giorgi auf die wachsende Gefahr im Mittelmeer-Raum hin, der längst nicht mehr nur mit dem Palästina-Konflikt zusammenhängt. Als Informationsquellen für ihre sorgfältige Analyse verweist sie auf mehrere Quellen: Arikel im Guardian, Foreign Policy, Haaretz, Global Warming Policy Foundationand Facts Company. &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2011/10/10/sabelrasseln-im-mittelmeer-die-turkei-entfernt-sich-immer-starker-von-europa/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a title="LG zum Mittelmeer" href="https://lianagiorgi.wordpress.com/2011/10/09/war-games-in-the-mediterranean/">bemerkenswerten Kommentar </a> weist Liana Giorgi auf die wachsende Gefahr im Mittelmeer-Raum hin, der längst nicht mehr nur mit dem Palästina-Konflikt zusammenhängt. Als Informationsquellen für ihre sorgfältige Analyse verweist sie auf mehrere Quellen: Arikel im<em> <a title="Guardian article" href="http://www.guardian.co.uk/world/2011/oct/02/turkey-gas-search-tensions-cyprus" target="_blank">Guardian</a>, <a title="Foreign Policy article" href="http://www.foreignpolicy.com/articles/2011/09/15/the_land_of_gas_and_honey" target="_blank">Foreign Policy</a>, <a title="Haaretz article" href="http://www.haaretz.com/news/middle-east/report-turkish-ship-explores-near-cypriot-gas-rig-1.387060" target="_blank">Haaretz</a>, <a title="GWPF article" href="http://www.thegwpf.org/international-news/4035-turkey-israel-greece-and-russia-mobilising-over-cyprus-gas.html" target="_blank">Global Warming Policy Foundation</a>and <a title="Facts.com article" href="http://www.fastcompany.com/1713023/israel-cyprus-reach-agreement-on-leviathan-levant-basin-natural-gas-field-near-lebanon-and-g" target="_blank">Facts Company</a></em>.</p>
<p>Ein neues Konfliktfeld hat sich etwa durch die Entdeckung von Erdgas-Reserven im Mittelmeer süd-östlich von Zypern und westlich von Israel und dem Libanon ergeben: gemeinsam mit Israel will Zypern das Erdgas-Feld ausbeuten, ein entsprechendes Abkommen wurde unterzeichnet.  Im September 2011 erteilte die zypriotische Regierung der us-amerikanischen Firma <em>Noble Energy</em> den Auftrag für Probebohrungen. Es geht um Erdgas-Reserven von rund 122 trillion cubic feet, und Erdöl von etwa 4,2 Milliarden barrels.</p>
<p>Die Türkei nahm dies zum Anlass für neues Säbelrasseln; auch Russland blieb nicht untätig.</p>
<p><span id="more-2218"></span>Die Türkei unterzeichente mit dem international nicht anerkannten Nordzypern, das die Türkei 1974 okkupiert hatte, einen analogen Vertrag zur gemeinsamen Ausbeutung der gleichen Gas- und Erdölvorkommen und entsandte ein Forschungsschiff, begleitet von Kanonenbooten, in die Region. Türkische, aber auch israelische Kampfflugzeuge kreuzen sich seither in der Region. Auch Russland entsendet einen Flugzeugträger ins Krisengebiet, offiziell zu Manövern.</p>
<p>Natürlich spielt auch Innenpolitik eine Rolle: Erdogan hat Probleme, die Armee unter Kontrolle zu bekommen, die sich immer noch als Hüter des Kemalismus sieht. Zudem ist eine Machtdemonstration im Mittelmeer auch günstig für die Rolle, die die Türkei im arabischen Raum spielt. In Israel ist die Rechtsregierung durch die Demonstrationen der letzten Zeit unter massiven Druck gekommen; außenpolitische Krisen nützen der Regierung. Und Russland hat nächstes Jahr Neuwahlen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Europas Erweiterungspolitik und die Politik der Türkei: Es wird langsam bedrohlich</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 08:47:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist hier schon öfter darauf hingewiesen worden, dass zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Österreich, mit ihrer Arroganz die Türkei brüskiert hat,  was auf türkischer Seite mit einer immer stärkeren Abwendung von Europa und einer Hinwendung zu den arabischen Mittelmeer-Anrainern und &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2011/09/14/europas-erweiterungspolitik-und-die-politik-der-turkei-es-wird-langsam-bedrohlich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist hier schon öfter darauf hingewiesen worden, dass zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Österreich, mit ihrer Arroganz die Türkei brüskiert hat,  was auf türkischer Seite mit einer immer stärkeren Abwendung von Europa und einer Hinwendung zu den arabischen Mittelmeer-Anrainern und zum Iran führte. Mit einer deutlich antiamerikanischen und antiisraelischen Außenpolitik, gewürzt mit antisemitischen Untertönen.</p>
<p>Vor seinem Besuch in Libyen, Tunesien und Ägypten hat Erdogan noch Öl ins Feuer geschüttet: Auf einen UNO-Bericht, der die Rechtmäßigkeit der israelischen Seeblockade des Gaza-Streifens feststellte, wenn er auch übertriebene Gewaltanwendung durch die israelische Armee bei der Durchsetzung der Seeblockade kritisierte, drohte Erdogan an, künftig Blockadebrechern militärischen Geleitschutz zu geben und wies den israelischen Außenminister außer Landes.</p>
<p>Europa hat auf den populistischen Islamismus, der derzeit in der Türkei herrscht und der den Mittelmeerraum destabilisiert, bisher keine Antwort gefunden.</p>
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		<title>Zur österreichischen Diplomatie: Knapp vorbei ist auch daneben</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 15:57:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die türkische Außenpolitik ist hier schon oft kritisiert worden, ebenso auch die durchaus fragwürdige türkische Menschenrechtspolitik. Das freilich hindert nicht daran, sich über Österreichs Diplomatie zu wundern. Ursula Plassnik wurde also von der türkischen OSZE-Verantwortlichen als OSZE-Chefin abgelehnt. Und hat &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2011/06/06/zur-osterreichischen-diplomatie-knapp-vorbei-ist-auch-daneben/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die türkische Außenpolitik ist hier schon oft kritisiert worden, ebenso auch die durchaus fragwürdige türkische Menschenrechtspolitik. Das freilich hindert nicht daran, sich über Österreichs Diplomatie zu wundern. Ursula Plassnik wurde also von der türkischen OSZE-Verantwortlichen als OSZE-Chefin abgelehnt. Und hat damit künstliche Aufregung in Österreich ausgelöst. Wer wundert sich aber ernsthaft?<span id="more-2092"></span>Die Nominierung Ursula Plassniks war eine klare Provokation: Sie war diejenige, der es beinahe gelungen wäre, die Eröffnung der Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei auch nur zu beginnen. Geblieben ist zwar nur das Wort &#8220;ergebnisoffen&#8221;, was in Österreich als großer Erfolg gefeiert wurde, weil hier einige offensichtlich des Deutschen nicht kundig sind: Verhandlungen sind <em>per definitionem </em>ergebnisoffen&#8230; Zu Recht erklärt das türkische Außenministerium, dass die Ablehnung Plassniks keinesfalls gegen Österreich gerichtet sei, sondern vielmehr mangelndes Vertrauen gegenüber einer Person, die der Türkei ihren europäischen Charakter abspricht. Nicht dass mir Kemal Attatürk, der mit seinen Jungtürken nach Abschaffung der Monarchie einen forciert europäischen Kurs einschlug gefiele. Seine nationalistische Politik mit dem Völkermord an der armenischen Bevölkerung auch nur annähernd akzeptabel scheint. Aber hat Europa im 20. Jahrhundert nicht auch noch anderes  zu bereuen?</p>
<p>Nicht dass mir die gegenwärtige türkische Regierung mit ihrer provokanten Abwendung von einer europäischen Orientierung, ihre Zypern-Politik oder etwa ihre Nahostpolitik akzeptabel erscheint. Aber kann man deshalb der Türkei &#8211; vor Aufnahme von Verhandlungen &#8211; mitteilen, man habe zwar vor mehreren Jahrzehnten ihren Beitrittsantrag akzeptiert,  aber ihn nicht so Ernst genommen habe und daher die Verhandlungen gar nicht aufnehme, wie dies Frau Plassnik ganz offen vertreten hatte?</p>
<p>Im Übrigen scheint Österreich die Nominierung Plassniks gar nicht ernsthaft betrieben haben; sie war als Provokation gemeint. Wie sonst könnte man verstehen, warum Frau Plassnik auch als österreichische Botschafterin in Paris nominiert wurde.</p>
<p>War die Nominierung Plassniks gar nur als bauernschlauer Trick gemeint, ein Argument zu finden, um Verhandlungen zwischen der EU und der Türkei zu unterminieren? Vieles spricht dafürund ganz Europa wird Schaden daraus erleiden.</p>
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		<title>Fremdsprachenerwerb als Weg in die Parallelgesellschaft? FPÖ und ÖVP auf gemeinsamen Abwegen</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 15:54:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine unfassbare Diskussion hat das Land erfasst: Ob Türkisch an Höheren Schulen gelehrt und als zweite Fremdsprache zur Matura zugelassen werden darf oder nicht. Immerhin sind derzeit bereits 13 Fremdsprachen in der Schule zugelassen, Türkisch bisher noch nicht. Ein liberaler Standpunkt muss sein: Freie Schulwahl; das Angebot an Sprachunterricht wird dann der Nachfrage folgen. Für die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung sorgen ja offensichtlich schon die Universitäten. <a href="http://www.pohoryles.at/2011/04/06/fremdsprachenerwerb-als-weg-in-die-parallelgesellschaft-fpo-und-ovp-auf-gemeinsamen-abwegen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine unfassbare Diskussion hat das Land erfasst: Ob Türkisch an Höheren Schulen gelehrt und als zweite Fremdsprache zur Matura zugelassen werden darf oder nicht.  Freilich, bisher ist Türkisch nicht als maturataugliche Fremdsprache zugelassen, da es auch keine formal qualifizierten Lehrerinnen und Lehrer gibt. Die Universität Graz will dem abhelfen, mit einem Lehramtsstudium für die Fremdsprache Türkisch. Das Unterrichtsministerium könnte dann per Verordnung Türkisch als zweite lebende Fremdsprache zur Matura zulassen.</p>
<p>Immerhin sind derzeit bereits 13 Fremdsprachen in der Schule zugelassen, Türkisch bisher noch nicht. Es geht um keine kleine Minderheit: Aus der Türkei stammen rund 13 Prozent der ausländischen Bevölkerung. Wohlgemerkt: Unterrichtssprache ist weiter Deutsch, Türkisch könnte wie Bosnisch und Serbisch als Fremdsprache erlernt werden und bei der Matura geprüft werden.</p>
<p>Die FPÖ hat wie erwartbar populistisch reagiert.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;In diesem Zusammenhang von Integrationsunterstützung zu sprechen ist ein blanker Hohn. Mit dieser Maßnahme werden im Gegenteil Parallelgesellschaften geradezu gefördert&#8221;,</em></p></blockquote>
<p>so der dem rechten Rand nicht abgeneigte, aber dennoch als Bildungssprecher der FPÖ fungierende Walter Rosenkranz.</p>
<p>Erstaunlich allerdings, dass sich eine staatstragende Partei wie die ÖVP genauso verhält. So erklärte Frau Fekter:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Zuerst sollen alle Staatsbürger und die, die bei uns zur Schule gehen, Deutsch können&#8221;.</em></p></blockquote>
<p>No na, Deutsch ist Unterrichtssprache.<span id="more-1985"></span></p>
<p>Zwei Gründe sprechen dafür, Türkisch als Fremdsprache zu unterrichten: Es gibt in Österreich zahlreiche Kinder, die zweisprachig aufwachsen. Das Beherrschen beider Sprachen ist wichtiger Teil der Integration. Auch Kinder etwa im Lycée Français bilden keine Gegengesellschaften&#8230; Zweisprachiger Unterricht erleichtert auch die Aneignung einer anderen Kultur, für die Mehrheit, aber auch für die Minderheit.</p>
<p>Darüber hinaus ist die Türkei ein wichtiger Handelspartner Österreichs. Das Beispiel Sloweniens zeigt, wie wichtig Spracherwerb für die Wirtschaft ist. Wer durch Klagenfurt geht, sieht selbst dort häufig in der Auslage von Geschäften: &#8220;Mitarbeiter/in mit Slowenischkenntnissen gesucht.</p>
<p>Ein liberaler Standpunkt muss sein: Freie Schulwahl; das Angebot an Sprachunterricht wird dann der Nachfrage folgen. Für die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung sorgen ja offensichtlich schon die Universitäten.</p>
<p><!--more-->Zum Nachdenken: Die Bedeutung der Beziehungen zur Türkei ist sowohl in politischer als auch in ökonomischer Hinsicht nicht zu unterschätzen.</p>
<p>Obwohl sich die Türkei, von Europa lange hingehalten und mittlerweile frustriert, von Europa entfernt hat und sich als Regionalmacht im arabischen Raum profiliert, ist sie als NATO-Mitglied bedeutsam für internationale Vermittlungen, nicht zuletzt bei den südlichen Mittelmeeranrainern der Europäischen Union. Gerade in der gegenwärtigen Situation ist die Rolle der Türkei nicht zu unterschätzen.</p>
<p>In ökonomischer Hinsicht lassen wir jemand berufeneren, den WKO-Präsidenten Loitl zu Wort kommen:</p>
<blockquote><p><em>„Die Türkei ist ein exzellenter Wirtschaftspartner und ein Land, das in Österreich viele Freunde hat. Der bilaterale Außenhandel entwickelt sich hervorragend, in den letzten beiden Jahren zweistellig, und wird heuer ein Rekordergebnis um die 2 Mrd. Euro erreichen (…)Die österreichischen Exporte konnten 2007 um 11,7 Prozent auf 943 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Importe, vorwiegend Bekleidung, Kraftfahrzeuge, Maschinen und Aluminium, verzeichneten ein Plus von 7,7 Prozent auf 861 Mio. Euro. Damit erzielte Österreich mit der Türkei im Vorjahr eine positive Handelsbilanz von 82 Mio. Euro. Heuer setzen wir mit unseren Außenhandelsstellen in <a href="http://portal.wko.at/wk/startseite_dst.wk?AngID=1&amp;DstID=585" target="_blank">Ankara</a> und <a href="http://portal.wko.at/wk/startseite_dst.wk?AngID=1&amp;DstID=616" target="_blank">Istanbul</a> im Zeichen der Internationalisierungsoffensive vor allem auf zwei neue erfolgsversprechende Geschäftsfelder, nämlich Erneuerbare Energien und Design “</em>, so Christoph Leitl im Vorjahr.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die mit dem Feuer spielen: Der türkische Beitrag zum internationalen Holocaustgedenktag</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 10:47:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der geschmacklose Höhepunkt der österreichischen Ereignisse letzter Woche, der auch eine internationale Dimension hat, war wohl die Premiere des antisemitischen Films &#8220;Das Tal der Wölfe – Palästina&#8221; türkischer Provenienz, der ausgerechnet am internationalen Gedenktag des Holocaust Premiere hatte. &#8220;Kurzerhand beschließt &#8230; <a href="http://www.pohoryles.at/2011/01/31/die-mit-dem-feuer-spielen-der-turkische-beitrag-zum-internationalen-holocaustgedenktag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der geschmacklose Höhepunkt der österreichischen Ereignisse letzter Woche, der auch eine internationale Dimension hat, war wohl die Premiere des antisemitischen Films &#8220;Das Tal der Wölfe – Palästina&#8221; türkischer Provenienz, der ausgerechnet am internationalen Gedenktag des Holocaust Premiere hatte.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Kurzerhand beschließt ein Geheimagent der Türkei deshalb, nach Palästina zu reisen und hier die Verantwortlichen für den Vorfall zu finden und seine verstorbenen Landsmänner zu rächen.&#8221;,</em></p></blockquote>
<p>so die <a href="http://www.meinkinoprogramm.de/review.php?topic=filme&amp;Filmdata=Tal+der+W%26ouml%3Blfe+-+Pal%26auml%3Bstina+(OmU),238967,&amp;Stadt=Wien&amp;Kinodatum=nextseven" target="_blank">Filmbeschreibung</a> des antisemitischen Machwerks &#8220;Das Tal der Wölfe&#8221; auf einem der gängigen online-Kinoführer im Internet. <span id="more-1765"></span></p>
<p>Der Film ist mehr als einer der jener Actionfilme, die gemeinhin als B-Movies bezeichnet werden; er ist eine politische Message, die mit der aktuellen politischen Linie der Regierung Erdogans übereinstimmt. Der zweite Kinofilm, der einer türkischen TV-Serie gleichen Titels folgt und auf ein wesentliches Ziel ausgerichtet ist: Die Stimmung gegen Israel in der Türkei innen- und außenpolitisch auszunutzen und noch weiter zu verstärken.</p>
<p>Die Absicht erkennt man schon in der Filmbeschreibung: der türkische Agent reist also nach &#8220;Palästina&#8221;; tatsächlich landet er am Ben-Gurion Flughafen in Tel-Aviv, reist also unstreitig in Israel ein. Die Türkei hat Israel zwar anerkannt, und vor der Regierung Erdogans waren die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei durchaus freundlich. Dies hat sich aber schon seit einiger Zeit dramatisch verändert. Und dazu passt das Machwerk hervorragend: Der Film stellt Israel als ein Land blutrünstiger Juden dar und bedient sich der schlimmsten antijüdischen Klischees.</p>
<p>Der Film ist jetzt, und zwar ausgerechnet am  internationalen Holocaust-Gedenktag, in den deutschsprachigen Kinos angelaufen. Und er richtet sich vorwiegend an Menschen mit türkischem Migrationshintergrund: Er läuft in der türkischen Originalfassung, mit schlechten deutschen Untertiteln. Und in Europa gibt es zwar kaum Israelis; aber durchaus jüdische Gemeinden&#8230;</p>
<p>Das Aufputschen der antiisraelischen Gefühle ist schon in der Türkei schlimm genug. Ein Bombenattentat auf die jüdische Zentralsynagoge vor wenige Jahren ist nur ein Beispiel für die Gefahr, die aus der antiisraelischen Stimmung in der Türkei entsteht, und wie leicht antiisraelische Einstellungen in Antisemitismus umschlagen kann.</p>
<p>Die Regierung Erdogan hat sich von seiner ursprünglichen Mittlerrolle zwischen Europa und dem Nahen und Mittleren Osten entfernt und stattdessen darauf gesetzt, eine Führungsrolle in der islamischen Welt zu spielen. In Europa zu zündeln stellt freilich einen neuen Höhepunkt dar. Dass Österreich aber nicht einmal jenen Takt aufbrachte, den Deutschland aufgebracht hatte: die Premiere des antisemitischen Machwerks am Holocaust zu verhindern. &#8220;Zu Österreich fällt mir nichts mehr ein&#8221;, so ein resigniertes Wort von Karl Kraus. Man kann ihn verstehen.</p>
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