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	<title>Ronald J. Pohoryles &#187; Internationaler Bankenverband</title>
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	<description>Europäische und Internationale Angelegenheiten</description>
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		<title>Provokation oder perfektes Lobbying: Der internationale Bankenverband trifft sich in Wien, um auch noch die letzten Regulierungsversuche zu unterlaufen</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 00:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Lobbying des Internationalen Bankenverbands ist unerträglich, arrogant, aber erfolgreich. Darunter leidet die Weltwirtschaft, aber auch jeder und jede Einzelne. <a href="http://www.pohoryles.at/2010/06/09/provokation-oder-perfektes-lobbying-der-internationale-bankenverband-trifft-sich-in-wien-um-auch-noch-die-letzten-regulierungsversuche-zu-unterlaufen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Wien trifft sich heute der Internationale Bankenbankenverband. Die Großbanken freuen sich über Gewinne; &#8220;business as usual&#8221;. Finanzspekulationen, die Staaten an den Rand der Pleite gebracht haben &#8211; auch wenn diese ihr Scherflein dazu beigetragen haben, wie man im Fall Griechenlands sieht. Aber die Big Players sind die Banken: rund 95% der im Umlauf befindlichen Geldmenge dient ausschließlich Finanztransaktionen; lediglich 5% stecken in der Realökonomie&#8230;</p>
<p>Verhindert, oder zumindest verzögert, wurden de facto eine Reihe von Steuerungsmaßnahmen, die erfolgversprechend gewesen wären. Zuvorderst die Trennung von Investment- und Geschäftsbanken, und unterschiedliche Spielregeln für diese. Banken in Großbritannien und in den USA verkaufen weiterhin hochkomplexe Finanzprodukte; im Verlustfall kommt es zur Kreditknappheit für die Realwirtschaft, und &#8220;Systembanken&#8221; werden vom Steuerzahler und der Steuerzahlerin gerettet.  Von jenen, die nunmehr keine Kredite mehr bekommen können, auch weil sich genau jene Banken, die sich in Wien treffen, gegenseitig misstrauen und sich gegenseitig keine Kredite mehr geben&#8230; Eine Trennung von Investment- und Geschäftsbanken könnte die Auswirkung der Finanzkrisen auf die Realwirtschaft und auf den privaten Konsum mindern.<span id="more-1303"></span></p>
<p>Die Finanztransaktionssteur wurde zwar diskutiert; aber eben nur diskutiert. Lediglich Deutschland hat <a title="Leerverkäufe" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leerverkauf" target="_blank">Leerverkäufe</a> verboten, eines der Finanzinstrumente, das an der Krise mitverantwortlich war. Bankensteuer - die G20 konnten sich nicht darauf einigen. Es würde die Kredite an Kundinnen und Kunden verteuern &#8211; ach ja, und wie ist es mit den großartigen Gewinnen, mit denen die Banken nunmehr wieder prahlen?</p>
<p>Nota bene: Genau jene Ratingagenturen, die mit Triple-A Ratings nur so um sich warfen, verkünden nun Hiobsbotschaften. Ihre Triple-As kann man ihnen dabei gar nicht vorwerfen &#8211; sie stehen im Wettbewerb zueinander, und diejenigen, die sie &#8221;Raten&#8221; können sich ihre Agenturen aussuchen, weil sie diese bezahlen. Klassische Unvereinbarkeit, aber niemand schert sich darum. Das Gleiche gilt übrigens für die externen Buchprüfer von Banken und Konzernen&#8230; Eine öffentliche europäische Rating-Agentur, wie sie vielfach gefordert wird, schafft es derzeit allerdings nur in die öffentliche Diskussion; eine tatsächliche Einrichtung, etwa im Rahmen der Europäischen Zentralbank, ist nicht in Sicht.</p>
<p>Nunmehr geht es um &#8220;Basel III&#8221;, ein Abkommen, dass eine Erhöhung der Eigenkapitalquote der banken bei der Vergabe von Krediten und bei Finanzspekulationen (mit eigenem Kapital) vorsieht. Hier argumentieren die Banken, teils zu Recht, dass dies die Kredite knapper machen würde. Und &#8211; zynischerweise &#8211; argumentiert der Chef des Baselausschusses, Nout Wellink, dass dieses Abkommen lediglich 1% des Wachstums bremsen würde &#8211; in einer Krisensituation. Basel III wäre ebensowie Basel II vollkommen überflüssig, wenn es zu einer Trennung von Investment- und Geschäftsbanken kommen und Leerverkäufe (&#8220;short selling&#8221;) verboten würden.</p>
<p>Marktwirtschaft ist zweifellos die effizientes Wirtschaftsform. Für Märkte ist Regulierung notwendig, um nicht in die nächste Krise zu taumeln. BP entschuldigt sich wenigstens für die Katastrophe, die BP angerichtet hat. Die Arroganz der Banker ist aber unerträglich.</p>
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