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	<title>Ronald J. Pohoryles &#187; Hahn</title>
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	<description>Europäische und Internationale Angelegenheiten</description>
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		<title>Versäumnisse in der Universitätspolitik: Studentinnen und Studenten wehren sich</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 11:08:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft und Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Hahn]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenprotest]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht alle Forderungen der Studierenden sind berechtigt; man kann das aber auch nicht von einer spontanen Protestbewegung erwarten. Bemerkenswert aber, dass diese Bewegung spontan mit einem Generalstreik an der Akademie der bildenden Künste begann, der nur zwei Tage später zur Besetzung des Auditorium Maximum der Universität Wien führte.
 <a href="http://www.pohoryles.at/2009/10/27/versaumnisse-in-der-universitatspolitik-studentinnen-und-studenten-wehren-sich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Versäumnisse der Hochschulpolitik in den letzten Jahren haben zu so unerträglichen Zuständen geführt, dass nun die Studierenden sich auch in Österreich zu wehren beginnen. Die Bewegung hat mit den Protesten der Studentenbewegung in den 1960er Jahren wenig zu tun; es geht um die katastrophalen Studienbedingungen. Auch in Frankreich ist diese Tendenz  spätestens seit den Studentenprotesten 2006 deutlich geworden: Es geht um Studienbedingungen und, jedenfalls in Frankreich, um Karrierechancen.  In Frankreich haben die Proteste zwar noch zu keinen nachhaltigen Verbesserung des Zustands der Universitäten geführt; aber 2006 konnte eine Gesetz zu Fall gebracht werden, dass die Arbeitsbedingungen bei der Aufnahme der ersten Berufstätigkeit deutlich verschlechtert hätte (und das nicht nur für Studierende). Zu hoffen, dass der Protest die hilflose österreichische Universitätspolitik endlich aufrüttelt. Bedauerlich, dass sich die Lehrenden kaum mit der spontanen Bewegung solidarisieren.<span id="more-794"></span></p>
<p>Erstaunlich auch, dass sich die Presse wenig um die Realität der österreichischen Universitäten schert und oft nur Häme für die Notwehraktionen der Studierenden aufbringt. Über Herrn <a href="http://www.andreas-unterberger.at/2009/10/grune-uni-nostalgie/">Unterberger </a>brauchen wir uns wohl nicht zu wundern. Über die Presse aber schon mehr: Unter <a href="http://diepresse.com/home/meinung/meinungimport/517387/index.do?from=suche.intern.portal">&#8220;Die Partysanen vom Audimax&#8221; </a>fällt dem Presse-Redakteur Oliver Pink nur die &#8220;Partynacht&#8221; auf und unterstellt den protestierenden Studierenden, sie seien nicht die eifrigsten; diese wären durch die Protestmaßnahmen am Studieren gehindert (&#8220;Die Presse&#8221; vom 25.Oktober). Durch die Realität des Studienalltags in überfüllten Hörsälen, die mangelnde Betreuung, das Warten auf Laborplätze und Praktikumsplätze, etc., nicht?<!--more--></p>
<p>Natürlich, nicht alle Forderungen der Studierenden sind berechtigt; man kann aber auch nicht von einer spontanen Protestbewegung erwarten, dass sie ein rational ausgewogenes Programm vorzulegen im Stande ist. Bemerkenswert aber, dass diese Bewegung spontan mit einem Generalstreik an der Akademie der bildenden Künste begann, der nur zwei Tage später zur Besetzung des Auditorium Maximum der Universität Wien führte.</p>
<p>Die Studierenden haben scheinbar jenen bildungspolitischen Weitblick, der der österreichischen Universitätspolitik, aber auch den Rektoren und zahlreichen Professoren und den leider weniger zahlreichen Professorinnen abgeht. Diese sehen den bequemsten Ausweg: Zugangsbeschränkungen. Wissenschaftsminister Hahn missbraucht den Missstand dazu, die Wiedereinführung der Studiengebühren zu fordern, ohne zugleich aber wenigstens eine Verbesserung der Situation in Aussicht zu stellen. Selbstgerecht weist er lediglich darauf hin, dass das beschämend niedrige Universitätsbudget ohnedies erhöht würde.</p>
<p>Zum angeblichen Problem der zu hohen Zahl der Studierenden.  In Österreich gibt es weniger Studierende als im EU-Durchschnitt, folgerichtig liegt auch der Anteil der Akademikerinnen und Akademiker an den Berufstätigen in Österreich darunter: Während 2006 der Anteil der Akademiker an den Berufstätigen in Österreich 20,5% ausmacht, liegt dieser im europäischen Durchschnitt 28,8%. Unter den EU-15 liegt Österreich damit am beschämenden 13. Platz. Will man hier ernsthaft durch weitere Zugangsbeschränkungen zurückfallen?</p>
<p>Studiengebühren? Was die Finanzierung zur Qualitätsverbesserung der Universitäten betrifft, so ist dies eine politische Herausforderung; die 0,15 Milliarden €, die die Studiengebühren im Studienjahr 2007/2008 ausgemacht hatten, sind hier wohl kaum das Hauptproblem.</p>
<p>Natürlich hat der Missstand mit der Finanzierung zu tun: Österreich hat zu wenige Universitäten, mangelnde Infrastruktur an den bestehenden Hochschulen, zu wenig Personal, das darüber hinaus noch durch hohen bürokratischen Aufwand belastet wird. Das zahlenmäßige Verhältnis von Lehrenden und Studierenden ist schlecht, und diese Situation ist auch nicht dazu angetan, international renommierte Forscherinnen und Forscher, geschweige denn gute Studierende aus dem Ausland anzuziehen.</p>
<p>Zur Erinnerung: von den 3% am BIP, das der Europäische Rat  für den Lissabon-Prozess schon vor Jahren für Forschung als Selbstverpflichtung bis 2010 gefordert hat, ist Österreich weit entfernt. In Schweden etwa ist der Anteil des Forschungsbudgets am Budget  7%.</p>
<p>In einem haben die Studierenden aber unrecht: der Protest gegen das Bachelor-System, ein Protest, bei dem sie ausgerechnet von Oliver Pink unterstützt werden. Das dreistufige System ist das Ergebnis des Bologna-Prozesses, der Studien international vergleichbar machen soll. Durch diesen werden internationale Austauschprogramme und insbesondere anrechenbare Studienaufenthalte im Ausland überhaupt erst möglich; das Pink&#8217;s Sorge hier ist, es handle sich um &#8220;eine Titelschwemme, die akademische Titel entwertet&#8221; (Die Presse, 25.10.2009) zeugt davon, dass das Ankommen im 21. Jahrhundert, jedenfalls in Österreich, noch ein wenig auf sich warten lässt.</p>
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		<title>Universitätsranking zeigt: Österreichische Universitätspolitik ist nicht lernfähig</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 11:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Universitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft und Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hahn]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Universitätsranking und österreichische Wissenschaftspolitik: Nicht lernfähig <a href="http://www.pohoryles.at/2009/10/12/universitatsranking-zeigt-osterreichische-universitatspolitik-ist-nicht-lernfahig/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin zwar kein Freund von Rankings aller Art: Sie sind methodisch durchaus fragwürdig und geben zwar den Rangplatz, nicht aber den Abstand zwischen den Universitäten ab. Die Medien tragen durch unsachgemäßen Umgang mit den Ergebnissen das Ihrige dazu bei. Der Punkteabstand zwischen den einzelnen Universitäten wird zwar von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern berichtet und ist oft sehr gering. Diskutiert wird aber meist nur das Ranking. Wissensproduktion unterscheidet sich aber von den Sportarten, wo es um Hundertstelsekunden geht.</p>
<p>Fakt ist aber: Österreich schwächelt im akademischen Bereich, und dies schon seit langem.  In diesem Sinn scheint das Universitätsranking der Times die Realität wiederzugeben: Als einzige heimische Hochschule ist nur die Universität Wien in den Top 200 vertreten. Der Hauptgrund dafür ist das schlechte Betreuungsverhältnis. Und schon ist sie wieder da: die Diskussion um Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. Wissenschaftsminister Johannes Hahn hat sich in der ORF-Pressestunde für die Wiedereinführung von Studiengebühren ausgesprochen: &#8220;&#8221;Alle topgereihten Unis haben Studiengebühren und Auswahlverfahren.&#8221; Genau das verdeckt aber das wahre Problem des österreichischen Hochschulsystems.</p>
<p><span id="more-773"></span></p>
<p>Im EU-Durchschnitt studieren 4,54% der über 14-jährigen Bevölkerung, in Österreich sind es nur 3,65%. Die absolute Zahl der Studierenden ist seit 1999 kontinuierlich gefallen und hat erst 2006 wieder das Niveau von 1999 erreicht.</p>
<p>Folgerichtig liegt der Anteil der Akademikerinnen und Akademiker an den Berufstätigen in Österreich massiv unter dem EU-Durchschnitt: Während 2006 der Anteil der Akademiker an den Berufstätigen in Österreich 20,5% ausmacht, liegt dieser im europäischen Durchschnitt 28,8%. Unter den EU-15 liegt Österreich damit am beschämenden 13. Platz. Will man hier ernsthaft durch weitere Zugangsbeschränkungen zurückfallen?</p>
<p>Natürlich hat der Missstand mit der Finanzierung zu tun: Österreich hat zu wenige Universitäten, mangelnde Infrastruktur an den bestehenden, zu wenig Personal, das darüber hinaus noch durch hohen bürokratischen Aufwand belastet wird. Das zahlenmäßige Verhältnis von Lehrenden und Studierenden ist schlecht, und diese Situation ist auch nicht dazu angetan, international renommierte Forscherinnen und Forscher, geschweige denn gute Studierende aus dem Ausland anzuziehen.</p>
<p>Der Beitrag der Studiengebühren, wie sie bis zum Vorjahr eingehoben wurden, zum Universitätsbudget ist viel zu gering, um ernsthafte Verbesserungen der unbefriedigenden Zustände an den Universitäten zu erlauben. Diese 363 € trugen lediglich etwa 5,5%, also rund 150 Millionen €, zur Finanzierung der Universitäten bei. Nur eine massive Erhöhung könnte ernsthaft zur Mittelaufbringung beitragen. Beispiele dafür gibt es genügend, etwa in Großbritannien,  dem einzigen EU-Mitgliedsstaat, der den US-amerikanischen Universitäten Konkurrenz macht. Dabei ist der Anteil der Studierenden an der Gesamtbevölkerung höher, die soziale Durchmischung besserer als in Österreich und ausländische Studierende, im Unterschied zu Österreich, durchaus willkommen.</p>
<p>Das Problem mit den Studiengebühren wäre relativ einfach zu lösen: Günstige Studienkredite, die nicht nur die Studiengebühren zu finanzieren helfen, sondern auch die Finanzierung der darüber hinausgehenden Bedürfnisse der Studierenden gewährleisten und damit ein sorgenfreies Studium ermöglichen, schaffen hier Abhilfe. Die Rückzahlung der Kredite könnte bis zur Aufnahme der Erwerbsarbeit gestundet werden. Wenn dies noch durch eine Grundsicherung unterstützt wird, könnten die Studiengebühren sogar noch auf ein Ausmaß erhöht werden, das den Universitäten ernsthaft helfen würde.</p>
<p>Die Reduzierung der Problematik auf Studiengebühren hilft den Verantwortlichen, von den tatsächlichen Problemen abzulenken.   Forschung und Innovation waren in Österreich stets nur Randthemen.  Forschungs- und Universitätsagenden waren, mit wenigen Ausnahmen, stets Ministerinnen und Ministern vorbehalten, die an dem Thema kaum Interesse hatten. Firnberg, Fischer und Busek gehörten zu den seltenen Ausnahmen; der Posten des Wissenschaftsministers wurde Politikerinnen und Politikern anvertraut, die entweder für Höheres bestimmt waren oder ihren Zenit schon überschritten hatten. </p>
<p>Die österreichischen Universitäten und Hochschulen benötigen eine tiefgreifende Reform an Haupt und Gliedern. Solche Reformen kosten viel Geld; es sind aber Investitionen in die Zukunft. Wenn man heute Lehre und Forschung vernachlässigt, kann man in der globalisierten Wissensgesellschaft nicht mehr bestehen.</p>
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