Posts Tagged ‘Frankreich’

Was Fußball und Medien gemeinsam haben – Herr Sarkozy weiß es jetzt

von Ronald J. Pohoryles am 28. Juni 2010 | 1 Kommentar

“La fin d’un Monde”, das Ende der Welt, so titelte unlängst mit subtilem Humor der Canard enchaîné den potentiellen Verlauf des Flaggschiffs der französischen Medien, der unabhängigen Tageszeitung Le Monde, noch im Teilbesitz ihrer Redakteure. Hintergrund: der bevorstehende Verkauf des schwer in Bedrängnis geratenen Medienkonzerns. Sarkozy ante portas : Er sah seine Chance gekommen, den linksliberalen “Le Monde”, auf Deutsch “Die Welt”, unter seine Kontrolle zu bringen.

Nach der WM und seinen – nicht unwitzigen, dafür aber erfolglosen – Interventionen hatte sich Sarkozy ein neues Spielfeld gesucht sich, auf dem er auch nichts zu suchen hat: die unabhängige Presse. Zumindes hier ist der Versuch, noch mehr Medienmacht zu erlangen, spektakulär gescheitert; wie eben auch bei den “Bleus“.

Die Erstausgabe des “Monde” erschien am 19. Dezember 1944 – und ich bin stolz, ein Faksimile des Deckblatts dieses französischen Leitmedium in meinem Büro hängen zu haben. Heutzutage leidet es allerdings wie die meisten Printmedien unter dem geänderten Verhalten der Medienkonsumentinnen und –konsumenten. Speziell die Tageszeitungen stehen unter dem Druck von audiovisuellen Medien und dem Internet.

In Frankreich wurde schon im Vorjahr die ebenfalls unabhängige Libération vom Haus Rothschild gerettet; Le Monde, das schon zahlreiche Rationalisierungsversuche unternommen hatte , stand nach einem Verlust von 24 Millionen € im Jahr 2009 vor dem Konkurs. Für Juli waren 10 Millionen € von Nöten, um Gehälter und laufende Rechnungen zu bezahlen. Dazu kamen 25 Millionen €, die der BNP geschuldet werden sowie eine Wandelanleihe von 69 Millionen €.

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WM-Splitter; auch ein Europasprecher kann an der WM nicht vorbeikommen

von Ronald J. Pohoryles am 25. Juni 2010 | 1 Kommentar

Nordkorea oder Frankreich? Premierminister, Sportministerin und deren Staatssekretärin sowie ein Repräsentant einer vor dem Viertelfinale ausgeschiedenen Mannschaft wurden vom Präsidenten zum Rapport zitiert. (weiterlesen…)

Heute vor 70 Jahren – Der Grundstein für Europa wurde in London gelegt

von Ronald J. Pohoryles am 19. Juni 2010 | 2 Kommentare

“La France a perdu une bataille, mais la France n’a pas perdu la guerre!” – dieser Aufruf des General de Gaulle hat den Widerstand gegen die Nazis und gegen das Pétain-Regime gestärkt; die Résistance hat in Frankreich eine bedeutend größere Rolle gespielt als in Österreich, und Schuschniggs “Gott schütze Österreich” ist wohl eher ein Armutszeugnis denn ein Aufruf zum Widerstand gegen die Nazi-Okkupation. (weiterlesen…)

Die Kandidatur von Barbara Rosenkranz darf von der Gefahr des Rechtsradikalismus in ganz Europa nicht ablenken

von Ronald J. Pohoryles am 7. März 2010 | 2 Kommentare

Die Kandidatur von Barbara Rosenkranz ist nicht deshalb unerfreulich, weil sie kandidiert. Dieses Recht steht ihr durchaus zu, sofern sie die rechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt; am Verbotsgesetz mag sie knapp vorbeigeschrammt sein; aber knapp daneben ist eben auch daneben. Das Ärgernis ist, dass sie ein durchaus relevantes Ergebnis einfahren könnte.

Ein gutes Ergebnis für Frau Rosenkranz wäre die – den Wählerinnen und Wählern durchaus bewusste – Unterstützung  ihres Weltbilds, dass keinerlei scharfe Grenzen gegenüber dem Nationalismus und seiner Verbrechen aufweist. So meinte sie etwa in einem KURIER-Interview, sie würde ein Geschichtsbild vertreten, das sie in der Schule gelernt habe. Der Interviewer fragte nicht nach, was das denn bedeute: In Österreichs Mittelschulen war in jener Zeit, als Frau Rosenkranz  in die Schule ging, das Ende des Geschichtsunterrichts mit dem Ende des ersten Weltkriegs erreicht…

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Bucher, Scheuch, Strache & Co; nicht zu vergessen: Niessl und Fekter

von Ronald J. Pohoryles am 11. Januar 2010 | 2 Kommentare

Zwei der österreichischen Spezialitäten: Wenig von Liberalismus zu verstehen und der mangelnde Widerstand gegen Xenophobie und Rassismus. Auf den ersten Blick hängen die beiden Dinge hängen wenig zusammen; bei genauerem Hinsehen allerdings schon: Wer in den letzten Tagen die Diskussionen zwischen SPÖ und ÖVP um Asylpolitik im allgemeinen und das dritte Erstaufnahmelager im besonderen verfolgt hat erkennt kaum her einen Unterschied zu FPÖ und BZÖ. Xenophobie ist “mehrheitsfähig” geworden, auch unter den politischen “Eliten”. Damit fällt es den Medien leicht, das “Dritte Lager” immer wieder als “rechtsliberal” einzustufen, was natürlich Unsinn ist.  Im besonderen wird das BZÖ als “rechtsliberal” hochgelobt. Die Diskussion zwischen Strache und Bucher im gestrigen ORF-Roundtable “Im Zentrum” hat gezeigt: inhaltlich gibt es keine Unterschiede. Und beide werben um die Kärntner Landesorganisation, die wohl nicht einmal österreichische Medien als “rechtsliberal” bezeichnen würde. (weiterlesen…)