Lebenslauf
Mein Name ist Ronald J Pohoryles. Ich bin seit mehr als 20 Jahren Institutsvorstand am “Interdisziplinären Forschungszentrum Sozialwissenschaften“, das über zwei Sitze in Wien und Paris verfügt. Ich bin für beide Institute verantwortlich. Die wissenschaftliche Koordination der beiden Institute wird von der “ICCR-Foundation” wahrgenommen, einer gemeinnützigen Privatstiftung, deren Stifter der Fachverband Bauindustrie der Wirtschaftskammer Österreich und die Stadt Wien sind. Die Stiftung garantiert die Unabhängigkeit der Forschung, da die Stifter keinen Einfluss auf die Arbeiten der Institute haben.
Mein Doktorat im Fach Politikwissenschaft habe ich an der Universität Wien erworben, meine Habilitation für vergleichende Lehre der Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck. Meine Hauptaufgabe ist international vergleichende Politikanalyse. Meine Schwerpunkte sind Wissenschafts- und Forschungspolitik sowie Fragen der europäischen Integration und der Ausweitung der europäischen Demokratie. Unsere Projekte haben alle eine europäische Dimension und werden großteils vom Europäischen Forschungsrahmenprogramm finanziert.
Mein Interesse an Politik reicht zwar nicht bis in den Sandkasten zurück, basiert aber immerhin auf meinen Erfahrungen in der Mittelschulzeit in den, in Österreich mehr oder minder, bewegten 1960er Jahren. Ich hatte diese an der “Theresianischen Akademie” verbracht und es, wie durch ein Wunder, dort bis zur Matura gebracht. Der “theresianische Geist” – damals eine Mischung aus autoritärer Schulorganisation, Disziplinierung und politischem Katholizismus – wurde von mir mehrfach verletzt; ich habe damals gelernt, mich zu wehren. Zwei Schulausschlüsse wegen Verstoßes gegen diesen Geist wurden von mir beim Stadtschulrat erfolgreich beeinsprucht. So gelangte ich schließlich doch zur Matura. Zur Mitgliedschaft in der Alt-Theresianisten Vereinigung habe ich es nicht gebracht; der Fairness halber muss ich aber auch zugeben, dass ich mich nicht darum beworben habe…
Die Auseinandersetzung mit der Schulleitung hat mich zunächst der Schüler-Bewegung und der Studenten-Bewegung nahe gebracht, nicht aber den Parteien, die hinter ihnen standen. Auch bin ich nie Parteien beigetreten; außer, vor etwa einem Jahr als Partner dem LIF, dessen Werten ich immer schon nahe gestanden bin. Bei der Gründung war ich naturgemäß recht skeptisch – eine FPÖ-Abspaltung mit so radikalem Programmwechsel schien mir zunächst nicht wirklich glaubwürdig. Sukzessive haben mich aber Gespräche mit Heide Schmidt und Volker Kier von der Glaubwürdigkeit des LIF überzeugt. Im letzten Präsidentschaftswahlkampf, bei dem Heide Schmidt kandidierte, habe ich diese dann auch aktiv unterstützt.
Ich setze mich deshalb auch dieses Mal für das LIF ein und werde hauptsächlich die Wissenschafts- und Forschungsagenden verantworten. In der Europa-Politik werde ich als überzeugter Europäer und Föderalist beratend tätig sein. Es gibt kein “anderes Europa” so wenig wie ein “anderes Österreich”; nicht Ablehnung, sondern konstruktive Kritik kann Europa – und Österreich – zu einer modernen Demokratie entwickeln.



