Thema: Universitäten

Liberales Forum äußert Unverständnis für Ausstieg aus CERN

von Ronald J. Pohoryles am 8. Mai 2009 | 1 Kommentar

CERN-Ausstieg ist einmal mehr erschreckendes Symptom für den prekären Zustand von Wissenschaft und Forschung in Österreich.

Bestürzt und verwundert zeigte sich heute die Parteispitze des Liberalen Forums über den angekündigten Ausstieg Österreichs aus dem Kernforschungsprojekt CERN. Wenn dieser Schritt tatsächlich gesetzt wird, so bedeutet das nicht nur einen schweren Rückschlag für die Forschung in Österreich, auch zahlreiche Wirtschaftsbetriebe wären betroffen.

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Retten wir die Forschung!

von Ronald J. Pohoryles am 9. Februar 2009 | 1 Kommentar

Überall in Europa schlägt die Wirtschaftskrise auf Wissenschaft und Forschung durch. In Frankreich gehen Forscherinnen und Forscher auf die Straße, unabhängig von ihrem weltanschaulichen Hintergrund. Initiativen wie “Sauvons-la-recherche” arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Situation und sorgen für Mobilisierung.

Auch in Österreich bewegt sich etwas. Die jüngst veröffentliche Petition führender Hochschullehrer ist hoffentlich nur ein Anfang. Ich lade alle Interessierten dringlich ein, diese Petition auch zu unterfertigen.

Es wird immer offensichtlicher, dass universitäre Lehre und Forschung im allgemeinen nicht nur ein nationales Thema ist; europäische Lösungen müssen gefunden werden.  Ich habe dazu jüngst einen Blog verfasst und lade herzlich zum Mitdiskutieren ein.

In Österreich wehren sich die Forscherinnen und Forscher endlich auch.

Universitätskonferenz spricht von internationalen Perspektiven, verharrt aber in sturer Provinzialität

von Ronald J. Pohoryles am 25. September 2008 | Kein Kommentar

Die Plenarkonferenz der österreichischen Universitätskonferenz fordert den Nationalrat auf, die Novelle zum UOG 2002 nicht zu beschließen,  die Studierenden den Zugang zur Universität erleichtert.  Dies trotz des beschämenden Umstands, dass Österreich sowohl in der Zahl der Studierenden als auch der Akademikerinnen und Akademiker weit unter dem OECD-Durchschnitt liegt. Dies ist ein Kniefall vor dem Wissenschaftsministerium, das Zugangsbeschränkungen  zum Magisteriumstudium fordert, statt für einen massiven Ausbau der Universitäten und die damit verbundenen  Zukunftsinvestitionen einzutreten. Damit stellt Österreich einen Sonderfall in Europa dar: Mit den Lissabon-Zielen haben sich die EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den Schwerpunkt der Politik auf Wissenschaft und Forschung  auszurichten.

Die Analyse ist schon richtig: Österreich braucht mehr Studienplätze und eine deutliche Verbesserung des Verhältnisses von Studierenden und Lehrenden. Die Schaffung von zusätzlichen 1’050 Studienplätzen allein für das Medizinstudium und zumindest eben so vieler für das Psychologiestudium kostet Geld – genau dies aber zu fordern, ist die Aufgabe der Universitätskonferenz. Die Forderung, statt dessen den Zugang zum Studium beschränken, ist ein Weg zurück ins 19. Jahrhundert, wo akademische Ausbildung ein Privileg der begüterten Schichten war.

Dieser Weg würde Österreich im Wettbewerb der globalisierten Wissensgesellschaft weiter zurückfallen lassen. Das sich die Universitätskonferenz hier zum Handlanger missbrauchen lässt zeigt, zu welchem Rückschritt das UOG 2002 geführt hat. Univ.-Prof. Dr. Badelt hat schon mehrfach bewiesen, dass ihm der Provinzialismus der österreichischen Universitätslandschaft nichts ausmacht, wenn er für seine Unterstützung des aktuellen Wissenschaftsministers von diesem auch gelobt wird. Die Bestellung der Rektoren wird ja dank des UOG 2002 immer stärker von der Politik beeinflusst.

Die Verquickung des Themas der Krise der Universitäten mit den Studiengebühren zeigt, wie unseriös die Universitätskonferenz argumentiert. Statt eine ausreichende Universitätsfinanzierung, verbesserte Arbeitsbedingungen für Studierende und Lehrende zu fordern und Modelle dafür zu entwickeln, dass Studierende ohne materielle Sorge und Nebenerwerbstätigkeit ihren Studien nachzugehen, tritt die Universitätskonferenz für ständische Interessen ein.

“Liberale fordern eine ausreichende Finanzierung der Universitäten, günstige Kredite für Studierende zur Deckung ihres Lebensunterhalts und die Grundsicherung, damit die Schuldenbelastung bei Berufsantritt nicht zu hoch wird. Die Universitätskonferenz soll sich darum kümmern und nicht um die Erhaltung der derzeitigen Privilegien der Akademikerinnen und Akademiker und im besonderen der Universitätsangehörigen.”

LIF zur Studienfinanzierung

von Ronald J. Pohoryles am 19. September 2008 | Kein Kommentar
  • Sollen günstige Kredite nur für die Studiengebühren gewährt werden, oder auch für den Lebensunterhalt? Und kann vermieden werden, dass Studierende bei Berufsantritt vor einer großen Kreditbelastung stehen?

Das LIF tritt grundsätzlich dafür ein, dass den Studierenden vernünftige Studienbedingungen geboten werden. Am Beispiel der Finanzierung: Günstige Kredite, mit denen nicht nur allfällige Studiengebühren, sondern auch Lebenshaltungskosten gedeckt werden können. Studierende sollen ihrem Studium ohne materielle Nöte und/oder nebenberuflicher Tätigkeit nachgehen können, nicht zuletzt deshalb, weil es sonst zu unnötigen Verzögerungen kommt.
Um die Situation zu verhindern, dass junge Menschen am Beginn ihrer Berufstätigkeit vor einem riesigen Schuldenberg stehen, muss neben dieser günstigen Finanzierung auch die Grundsicherung stehen. Nach den Vorstellungen des LIF wären dies derzeit 750 €.

LIF zu internationalen Forschungsprogrammen

von Ronald J. Pohoryles am 19. September 2008 | Kein Kommentar

Das LIF hat mehrfach die Forderung erhoben, dass sich Österreich massiver als bisher in internationale Forschungsprogramme wie etwa das Europäische Forschungsrahmenprogramm, einbringt und diesbezüglich eine verstärkte Förderung von seiten des Wissenschaftsministeriums und des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie gefordert.

Hiezu gab es folgende Anfrage:

  • Zwei Projekte (nämlich LHC und ITER) stehen wie keine anderen   für die internationale Kooperation wenn es um Wissenschaft & Forschung  geht. Sollten solche Forschungsprojekte von der zukünftigen Regierung (auch im Rahmen der Europäischen Union) unterstützt werden (insbesonders natürlich finanziell)?

Selbstverständlich setzt sich das LIF für internationale Forschungsprogramme ein und im übrigen auch für eine Erhöhung des Wissenschafts- und Forschungsbudgets. Was die beiden Großforschungsprojekte betrifft, die sie erwähnen, ist dies so einfach nicht zu sagen. Man sollte nicht vergessen, dass sich Österreich als Kleinstaat nur in geringem Ausmass an solchen Projekten beteiligen kann. Jedenfalls sollte es aber in jenem Ausmass geschehen, das österreichischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Beteiligung an diesen Programmen ermöglicht.