Zum Protesttag gegen den Kahlschlag von Wissenschaft und Forschung am 30. Juni
von Ronald J. Pohoryles am 30. Juni 2010 | Kein KommentarDiesmal sozusagen in eigener Sache, dem Kampf um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Forschungsinstitute im Europäischen Forschungsraum. In eigener Sache, weil ich selbst die Ehre habe, einem außeruniversitären sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut vorzustehen, das seit einem Vierteljahrhundert internationale und europäische Forschung betreibt. Das Institut gehört selbstverständlich zu den Unterzeichnern dieses Protestschreibens.
Ein wesentliches Förderungsprogramm zur Qualitätssicherung, das es den Einrichtungen unter anderem ermöglicht hatte, Fortbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu sichern, ist ersatzlos gestrichen worden. Anders als Universitäten müssen sich aber außeruniversitäre Institute vorwiegend von Auftragsforschung finanzieren und können so nur beschränkt Mittel für Fortbildung flüssig machen. Das Versprechen des Ministeriums, im Gegenzug die Basissubventionen für die betroffenen Institute zu erhöhen, wurde selbstverständlich nicht eingehalten.
Besonders schlimm auch, dass das Ministerium die Zusatzfinanzierung zu europäischen Forschungsprogrammen eingestellt hat. Europäische Forschungsprogramme finanzieren in der Regel nur 75% der benötigten Mittel; 25% müssen national aufgetrieben werden. Österreich hat dies auf der EU-Ebene mitbeschlossen, verweigert aber, den nötigen Zuschuss zu leisten.
Dass Österreich in Zukunft im Europäischen Forschungsraum zurückfallen wird, ist evident. Gerade gemeinnützige Forschungseinrichtungen verfügen über keine Gewinne, aus denen sie die Teilnahme an Forschungsprogrammen finanzieren könnten. Zwar weisen auch die Befürworter einer restriktiven Budgetpolitik darauf hin, dass für Zukunftsinvestitionen, also Bildung, Forschung und Infrastruktur, keinesfalls Kürzungen vorgenommen werden dürften. In Österreich allerdings stößt dies auf taube Ohren. (weiterlesen…)













