Thema: Liberale Grundlagen

Der europäische Sozialstaat – ein Modell? Warum wir die Mindestsicherung dringender denn je benötigen

von Ronald J. Pohoryles am 5. Januar 2010 | Kein Kommentar

Am 2. Jänner ist ein Artikel von Ronald Barazon, dem pensionierten früheren Chefredakteur der SN, ein Kommentar erschienen, der an Peinlichkeit kaum zu überbieten war. Er hofft doch ernsthaft, dass ” das BZÖ durch  Josef Bucher endlich eine liberale Stimme in die politische Landschaft  Österreichs bringt”. Dem LIF wirft er vor, es stehe nicht für Eigenverantwortung, sondern für die Grundsicherung.

Dem guten Mann fehlt Einsicht in die Realität, die gerade jetzt, im Gefolge der Wirtschaftskrise, diese wiederum im Gefolge der Finanzkrise, über uns hereinbricht. Das Phänomen der “Working Poor”, also der Menschen, die zwar (noch) Arbeit haben, aber damit kaum ein Auskommen bestreiten können, wurde zunächst in den USA konstatiert; es ist nunmehr in Europa durchaus nicht mehr unbekannt. Die Obdachlosigkeit wächst an; wenn auch regional unterschiedlich.

Dagegen hilft nur ein altes – liberales – Konzept: die Grundsicherung. Schon der “Ur-Vater” des Liberalismus, Adam Smith, hat zugleich ein brillantes System der Marktwirtschaft entwickelt, zugleich aber auch Armut und zu große soziale Ungleichheit kritisiert; in dieser Tradition versteht sich das Liberale Forum als liberal. Und von daher erklärt sich auch das Modell der Grundsicherung. (weiterlesen…)

Post-Factum: Nach Chanukka und Weihnachten – was ist eigentlich der Unterschied?

von Ronald J. Pohoryles am 27. Dezember 2009 | Kein Kommentar

Die zeitliche Nähe bringt die Vermutung mit sich, es handle sich um ähnliche Anlässe; nichts könnte fälscher sein, aber die meisten Erklärungen sind recht langatmig. Ein lieber Freund hat mir soeben eine 12-teilige Erklärung geliefert, die recht kurz und (darum!) lesenswert ist. (weiterlesen…)

Hitler für alle Zeiten besiegen

von Ronald J. Pohoryles am 24. November 2009 | 3 Kommentare

Ohne Zweifel: das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte ist noch keine 100 Jahre vergangen, und es hat, bei den Überlebenden ebenso wie bei deren Nachkommen, Gewicht. Fast jede jüdische Familie in Europa und fast jede, die aus Europa nach Israel eingewandert ist, hat Opfer in der Familie zu beklagen. Ich selbst habe aus diesem Grund Onkeln und Tanten sowie meinen Bruder Harry nie kennengelernt.

Empörend deshalb auch Bücher wie jenes von Norman Finkelstein, der jüdischen Organisationen als “Holocaust-Industrie” desavouiert. Jedoch, und das ist eine These des israelischen Autors Avraham Burg, um Hitler tatsächlich zu besiegen, muss das Trauma der Shoah überwunden werden. Er hat darüber ein Buch verfasst, das  dem Leser dieser Zeilen ans Herz gelegt sei (“Hitler besiegen. Warum sich Israel endlich vom Holocaust lösen muss“). (weiterlesen…)

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Der ELDR Kongress in Barcelona naht – hier einige meiner Anmerkungen

von Ronald J. Pohoryles am 5. November 2009 | 1 Kommentar

Einige Missverständnisse zum Thema Liberalismus

Ich hatte schon im Mai dieses Jahres einige Missvertändnisse zurechtzurücken versucht:

Liberalismus ist kein geschlossenes System; er basiert auf einem gemeinsamen Menschen- und Gesellschaftsbild; Wirtschaft dient dazu, den geschaffenen Wohlstand gerecht zu verteilen. Aber wie schon der liberale Philosoph (und Harvard-Professor) John  Rawls 1971 in seiner “Theory of Justice” sinngemäß formulierte: Wir werden uns vielleicht nicht darüber einigen können, was gerecht ist, aber sicher darüber, was ungerecht ist.

Unbestritten unter Liberalen ist das Menschen- und das Gesellschaftsbild, wie es auch trefflich in der Charta des LIF formuliert ist: (weiterlesen…)

Liberale Politik in der gegenwärtigen Krise

von Ronald J. Pohoryles am 12. Mai 2009 | 1 Kommentar

Glück und Zufall können einem mitunter in die Hände spielen. Ich hatte vor, auf eine Diskussion zur liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, die ich auf dem LIF-Blog angezettelt hatte, zusammenfassend einzugehen. Dies zur  Verteidigung von Volkswirtschaftstheorie und Politikwissenschaft: Neben freundlichen Kommentaren gab es auch solche, die mich mehr oder minder als Weltfremden darstellten: Was ich denn eigentlich mit diesen alten Theorien sagen wollte; obwohl ich dies am Ende meines langen Beitrags deutlich gemacht hatten.

Glück und Zufall: Als Teilnehmer beim derzeit in Bergen stattfindenden World Social Science Forum hatte ich Gelegenheit, kurz mit dem Ökonomie-Nobelpreisträger Amartya Sen zu plaudern, der hier die Eröffnungsrede hielt. Er machte mich auf einen jüngst von ihm publizierten Artikel in der “New York Review of Books” (Ausgabe vom 26 März 2009) aufmerksam, der sich mit der aktuellen Diskussion um die Krise beschäftigt und der zugleich die Aktualität der Wirtschaftstheorien belegt. (“Capitalism Beyond the Crisis”). Der Artikel ist hier besonders wichtig, weil er nicht vor 250 Jahren (Smith) oder 75 Jahren (Keynes, Pigou) entstanden ist, sondern im Vorjahr.

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