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	<title>Ronald J. Pohoryles &#187; Internationales</title>
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	<description>Blog von Ronald J. Pohoryles, Europasprecher des Liberalen Forum.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Sep 2010 10:28:10 +0000</lastBuildDate>
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		<title>LIF-Veranstaltung mit Yabloko-Gründer Grigorij Yawlinski: Russland und die EU</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 14:37:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Why and how do Russian developments concern Europe? Wien, 28 September 2010 16:00 – 20:00 Palais Strudlhof Das Thema ist höchst aktuell: Einerseits ist Russland eines der vorrangingen Ziele der Europäischen Nachbarschaftspolitik und  wichtiger Handelspartner der Europäischen  Union. Russland spielt eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung vieler Mitgliedsstaaten. Andererseits wächst die Besorgnis über die Demokratiequalität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Why and how do Russian developments concern Europe?</strong></p>
<p><strong>Wien, 28 September 2010 16:00 – 20:00 </strong><strong>Palais Strudlhof</strong></p>
<p>Das Thema ist höchst aktuell: Einerseits ist Russland eines der vorrangingen Ziele der Europäischen Nachbarschaftspolitik und  wichtiger Handelspartner der Europäischen  Union. Russland spielt eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung vieler Mitgliedsstaaten. Andererseits wächst die Besorgnis über die Demokratiequalität in Russland: Nationalitätenkonflikte sind nach wie vor ungelöst, die Opposition wird behindert und jüngste Gesetze haben die Macht des Sicherheitsapparats deutlich verstärkt. Ella Pamfilova, die Vorsitzende des Menschenrechtsbeirats des russischen Präsidenten, ist vor Kurzem zurückgetreten.  Sie hatte zuvor schon den politischen Einfluss auf die russischen Gerichte und die Behinderung der Zivilgesellschaft kritisiert. Sie war seit Juli 2002 in ihrem Amt und enttäuscht über die mangelnden Fortschritte in Menschenrechtsfragen.</p>
<p><em>Grigori Alexejewitsch Yawlinski</em> ist der charismatische Gründer und langjährige Präsident der wichtigsten, 1993 gegründeten, Oppositionspartei Russlands. Jabloko ist Mitglied der ELDR und russische Schwesterpartei des Liberalen Forums.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><span id="more-1463"></span></span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Moderator: </span></strong><strong>                       <em>Georg Hoffmann-Ostenhof</em> (außenpolitischer Kommentator, &#8220;profil&#8221;)</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Keynote Speech: </span></strong><strong>            <em>Grigori Alexejewitsch Yawlinski</em>, Gründer und vormaliger Präsident der Yabloko Partei</strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Panellists:</span></strong></p>
<div><strong> <em>Annemie Neyts-Uyttebr</em>oeck, Präsidentin der ELDR (t.b.c.)<br />
<em>Ronald J. Pohoryles</em>, Liberales Forum, Sprecher für europäische und international Angelegenheiten<br />
<em>Gerhard Mangott</em>, Professor für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck<br />
<em>Joanna Radzyner</em>, Journalistin<br />
<em>Friedhelm Frischenschlager</em>, European Federalists</strong></div>
<div><strong><em>Alexander Sishlov, </em></strong></div>
<div><strong> </strong></div>
<div><strong> </strong></div>
<div><strong> </strong></div>
<div><strong> </strong></div>
<p><strong> </p>
<p></strong></p>
<p><strong>16:00 – 16:30                     Begrüßung durch Annemie Neyts (Präsidentin der ELDR) and Angelika Mlinar (Präsidentin des Liberalen Forums)</strong></p>
<p><strong>16:30 – 17:00                     Grigori Alexejewitsch Jawlinski, Russland und die Europäische Union: Probleme des heutigen Russland und das Konzept der Europäischen Nachbarschaftspolitik</strong></p>
<p><strong>17:00 – 18:00                     Podiumsdiskussion, moderiert von Georg Hoffmann-Ostenhof</strong></p>
<p><strong>18:00 – 18:30                     Kaffeepause</strong></p>
<p><strong>18:30 – 19:30                     Publikumsdiskussion, moderiert von Georg Hoffmann-Ostenhof</strong></p>
<p><strong>19:30 – 20:00                     Empfang</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p>Das Thema ist höchst aktuell: Einerseits ist Russland eines der vorrangingen Ziele der Europäischen Nachbarschaftspolitik und  wichtiger Handelspartner der Europäischen  Union. Russland spielt eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung vieler Mitgliedsstaaten. Andererseits wächst die Besorgnis über die Demokratiequalität in Russland: Nationalitätenkonflikte sind nach wie vor ungelöst, die Opposition wird behindert und jüngste Gesetze haben die Macht des Sicherheitsapparats deutlich verstärkt. Ella Pamfilova, die Vorsitzende des Menschenrechtsbeirats des russischen Präsidenten, ist vor Kurzem zurückgetreten.  Sie hatte zuvor schon den politischen Einfluss auf die russischen Gerichte und die Behinderung der Zivilgesellschaft kritisiert. Sie war seit Juli 2002 in ihrem Amt und enttäuscht über die mangelnden Fortschritte in Menschenrechtsfragen.</p>
<p>Die Veranstaltung wird zwei wesentliche Themen ansprechen:</p>
<ul>
<li>Wie ist es um die russische Demokratie und die russische Wirtschaft bestellt, und</li>
<li>Was kann Europa zu einer demokratischen Entwicklung in Russland beitragen?</li>
</ul>
<p><strong><em>Grigori Alexejewitsch Jawlinski</em></strong><strong> ist der charismatische Gründer und langjährige Präsident der wichtigsten, 1993 gegründeten, Oppositionspartei Russlands. Jabloko ist Mitglied der ELDR und russische Schwesterpartei des Liberalen Forums. Als Parteichef ist er 2008 zurückgetreten, sein Nachfolger ist Sergei Mitrokin, der frühere Moskauer Parteichef von Jabloko. Internationale Anerkennung hat er unter anderem durch seine Vermittlungsbemühungen in Tschetschenien gewonnen.</strong></p>
<p><strong> <em>Georg Hoffmann-Ostenhof </em>ist außenpolitischer Kommentator der Wochenzeitschrift &#8220;profil&#8221;. </strong></p>
<p><strong><em>Annemie Neyts-Utterbr</em></strong><strong>ock ist Präsidentin der Partei der europäischen Liberalen. </strong></p>
<p><strong><em>Angelika Mlinar </em></strong><strong>ist Präsidentin des Liberalen Forums, Mitglied der ELDR.</strong></p>
<p><strong><em>Gerhard Mangott </em></strong><strong>ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck. </strong></p>
<p><strong><em>Joanna Radzyner </em></strong><strong>ist Journalistin und langjährige Osteuropa- Kommentatorin des ORF.</strong><strong> </strong></p>
<p><strong><em>Friedhelm Frischenschlager </em></strong><strong>ist  vormaliger Abgeordneter des Liberalen Forums im österreichischen Nationalrat und im Europäischen Parlament. Nunmehr ist er bei den Europäischen Föderalisten engagiert. </strong></p>
<p><strong><em>Ronald J Pohoryles</em></strong><em> </em><strong>ist Institutsvorstand des Interdisziplinären Forschungszentrums Sozialwissenschaften und Sprecher des Liberalen Forums für Europäische und Internationale Angelegenheiten. </strong></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>EU und Türkei: Gefährliche Entzweiung</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 20:51:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
				<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Hysterie, die über den möglichen Beitritt der Türkei zur EU erzeugt wurde, ist künstlich aufgebauschter Populismus und ein Nachgeben gegenüber den populistisch-islamophobischen Strömungen. Bedauerlicherweise hat auch die Türkei daraus die - falschen - Konsequenzen gezogen. Es ist an der Zeit, wieder zu einem fairen Dialog- und Verhandlungsprozess zurückzukehren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> Ich bin von mehreren Menschen, neuerdings auch aus FDP-Kreisen, über die Position des LIF zur Türkei-Frage befragt worden. Es gibt in der Tat seitens des LIF keine konkret ausformulierte Stellungnahme dazu.<br />
Jedoch herrscht Einigkeit über folgende Punkte:</p>
<ol>
<li>Gegenwärtig stellt sich die Frage des Beitritts der Türkei nicht, sondern lediglich Beitrittsverhandlungen. Diese sind per definitionem ergebnisoffen. Die Verhandlungen müssen von beiden Seiten offen geführt werden. In der gegenwärtigen Situation ist die Türkei nicht aufnahmefähig, und die türkische Seite fordert auch keinen unmittelbaren Beitritt.</li>
<li>Für Europa heißt das, dass die Türkei alle Kriterien eines Mitgliedsstaates erfüllen muss und es keinen &#8220;Beitrittsrabatt&#8221; geben kann. Umgekehrt müssen die Verhandlungen auch von seiten Europas ehrlich geführt werden. Das bedeutet, dass der Beitritt auch vollzogen wird, sobald die Türkei die entsprechenden Kriterien auch erfüllt.</li>
<li> Anerkannt muss, dass die Türkei nach Aufnahme der Verhandlungen mit der Europäischen Kommission wesentlich Fortschritte im Annäherungsprozess gemacht hat. Umgekehrt gibt es eine Reihe von Problemen, deren Lösung dringlich ist. Außenpolitisch geht es dabei etwa um die Lösung des Zypern-Konflikts sowie um die Rolle der Türkei im Nahen und Mittleren Osten, die der Politik der Europäischen Union und deren Mitgliedsstaaten zuwiderläuft. Innenpolitisch sind eine Reihe von Menschenrechten nicht entsprechend den europäischen Werten gelöst. </li>
<li>Mit tiefer Sorge beobachtet das Liberale Forum, dass die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei in manchen EU-Mitgliedsstaaten, etwa in Frankreich, Deutschland und Österreich, zum innenpolitischen Kleingeld verkommen und populistische Ressentiments verstärken. Bereits das Kriterium der Aufnahmefähigkeit seitens der EU hat populistische Züge. Eine modernisierte Türkei bietet eine gewaltigen Markt für die europäischen Mitgliedsstaaten. Weitaus schlimmer sind aber populistische Angriffe auf die Türkei, aber auch die Überlegungen mancher Mitgliedsstaaten, über den Beitritt der Türkei nach Abschluss der Verhandlungen eine nationale Volksabstimmung durchzuführen.</li>
<li> Argumentiert wird dies oft mit kaum verhohlener Islamophobie. Das Liberale Forum erinnert daran, dass Europa in der Tradition der Aufklärung Religion als Privatsache der Bürgerinnen und Bürger definiert hat. Europa ist eine Wertegemeinschaft auf laizistischer Ebene; Religionsfreiheit gehört zu den europäischen Grundwerten.Die Mehrheitsreligion einer Bevölkerung kann kein Kriterium für oder gegen die Aufnahme eines Staates in die Europäische Union sein.</li>
<li> Mit großer Sorge muss auch beobachtet werden, dass sich &#8211; als Reaktion auf die wachsende Ablehnung der Türkei in manchen europäischen Staatskanzleien &#8211; in der Türkei wachsende Ablehnung Europas breit macht. Auch hier hat die Staatsführung populistisch agiert und sein Interesse auf den Nahen und Mittleren Osten verlagert. Die Türkei vergibt damit als Regionalmacht ein  wesentliches Atout in den Verhandlungen mit der EU, nämlich die sicherheitspolitisch für Europa wichtige Funktion als Vermittler. Die Türkei hat sich im Nahost-Konflikt von einer Vermittlerrolle wegbewegt und unterstützt auch radikale Palästinenserorganisationen. Auch in der Iran-Frage hat sich die Türkei gegen die europäischen Positionen gestellt. </li>
<li> Der Annäherungsprozess zwischen der Europäischen Union und der Türkei muss eine neue Dynamik bekommen. Beide Seiten müssen dazu ihrer Verantwortung gerecht werden.</li>
</ol>
]]></content:encoded>
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		<title>WM 2010-EU 2010: Deutschland verliert gegen Spanien und blockiert Europa; umgekehrt wäre es mir lieber gewesen&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 10:40:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich muss zwei Dinge gestehen: Zum ersten gehöre ich noch zu jener Generation von Österreichern, die bei Fußballspielen jedenfalls gegen die Deutschen waren. Zum zweiten hat sich diese Einstellung bei mir – und mehreren meiner Freunde der gleichen Generation – während dieser WM geändert, und nicht nur weil der deutsche Bundestrainer auch eine Zeit lang, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss zwei Dinge gestehen: <em>Zum ersten</em> gehöre ich noch zu jener Generation von Österreichern, die bei Fußballspielen jedenfalls gegen die Deutschen waren. <em>Zum zweiten</em> hat sich diese Einstellung bei mir – und mehreren meiner Freunde der gleichen Generation – während dieser WM geändert, und nicht nur weil der deutsche Bundestrainer auch eine Zeit lang, wenn auch glücklos, bei meinen Wiener Violetten Trainer war: die deutsche Mannschaft zauberte einen unbekümmerten Fußball auf den Rasen und es gelang ihr, mich zu begeistern. Bis gestern  jedenfalls.</p>
<p>In der EU allerdings wird Deutschland – gerne auch mit dem Vereinigten Königreich – zu einem wachsenden Problem. Und eine der Ursachen dafür ist ohne Zweifel die &#8220;Wiedervereinigung&#8221; mit der früheren DDR. Deutschland, eng in einer Achse mit Frankreich, war der Motor des Aufbaus eines gemeinsamen Europas. Dynamisch förderte Deutschland Reformen, die einer Vertiefung Europas dienten und forcierte die Erweiterung. Nunmehr ist Deutschland, gemeinsam mit Großbritannien, zu einem Bremser geworden. Durch die Vereinigung mit der DDR ist ein neuer Nationalismus entstanden, eine Befürchtung, die Thatcher, Gorbatschow und Mitterand gleichermaßen teilten, wie in Margaret Thatchers Memoiren nachzulesen ist (&#8220;Downing Street No. 10&#8243;). Keiner der drei aber wollte Helmut Kohl verärgern; jeder wartete auf ein Veto des anderen, das eben nicht kam, so schildert sie es recht glaubwürdig in ihrem durchaus amüsanten Buch.</p>
<p>Wir bekommen also derzeit überhaupt keine europäische Finanzaussicht, im Herbst eine zahnlose. Das Europäische Parlament musste seine Abstimmung darüber verschieben, weil ein Veto gegen den Beschluss des Parlaments und den Vorschlag der Kommission von Deutschland und Großbritannien angekündigt war; England ist übrigens völlig zu Recht ruhmlos vorzeitig aus Südafrika abgereist.</p>
<p>Der liberale EP-Abgeordnete Wolfgang Klinz  (ALDE, FDP) bringt es auf den Punkt: &#8220;Die Mitgliedstaaten sehen nur, dass sie wieder ein Stück Souveränität verlieren könnten&#8221;. Die Lehren aus der Finanzkrise wurden vergessen, obwohl es gerade Deutschland war, das in Europa die Probleme zu einem großen Teil mit verschuldet hatte. Die deutschen (und die englischen) Banken hatten mit gewagten Transaktionen Milliardenverluste gebaut und mussten mit öffentlichen Mitteln gerettet werden; es waren deutsche Banken, die an der Verschuldung Griechenlands  massiv verdient hatten, mit leichtfertig vergeben Krediten, die etwa auch dem Ankauf deutscher Waffensysteme dienten.</p>
<p><span id="more-1401"></span>Nicht erst seit dem Eiertanz um die Finanzhilfe für Griechenland &#8211;  an der übrigens ganz Europa gut verdienen wird – aus innenpolitischen Gründen ist der Problemfall Deutschland offenbar geworden. In einem Aufsehen erregenden Artikel in der britischen Zeitschrift &#8220;<a title="Prospect Magazine" href="http://www.prospectmagazine.co.uk/" target="_blank">Prospect</a>&#8221; vom 22. Juni 2010 zeichnet <a title="Prospect Magazine German nationalism" href="http://www.prospectmagazine.co.uk/2010/06/germanys-withdrawal-symptoms/">Heinz Kundnani den Weg Deutschlands </a>in einen egoistischen Nationalismus nach.</p>
<p>Deutschland stellt seine nationalen Eigeninteressen ins Zentrum seiner Europapolitik, und zwar unilateral. Es ist zwar durchaus legitim, eigene Interessen zu vertreten; aber früher hat Deutschland dies multilateral getan, ein wechselseitiges Geben und Nehmen hat Europas Zusammenwachsen erleichtert. &#8220;Wir führen Europa, aber nicht so, wie es die anderen wollen&#8221; soll ein deutscher Politiker der Zeitschrift verraten haben, freilich unter dem Versprechen der Anonymität. Knapp nach der Vereinigung der BRD mit der DDR ließ der damalige Kanzler Helmut Kohl damit aufhorchen, dass er erstmals einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UNO für Deutschland forderte, nicht aber, wie es bisherige EU-Politik war, für die EU.</p>
<p>Vom Sozialdemokraten Gerd Schröder waren radikalere Töne zu hören. Er versprach 1998, im Falle eines Wahlsiegs, Deutschlands Interessen in Europa in den Mittelpunkt zu stellen; was erschreckt, ist der zunehmend aggressiv-chauvinistische Ton dabei. In Erinnerung ist noch Westerwelles Ausfall bei seiner ersten Pressekonferenz anlässlich seiner bestellung zum Außenminister (!): Hier wird Deutsch gesprochen, hatte er sinngemäß vor laufenden Kameras einen englischen Medienvertreter wissen lassen&#8230; Im Wahlkampf 2002 sprach er von einem &#8220;deutschen Weg&#8221;, dem er den &#8220;amerikanischen Weg&#8221; entgegengesetzte; von einem &#8220;europäischen Weg&#8221; war nicht die Rede&#8230;So hatte man es im Nachkriegsdeutschland bis dahin nicht vernommen. Von Merkel und Westerwelle hört man nun ähnliche Töne; der mittlererweile zurückgetretene deutsche Bundespräsident Köhler hielt es sogar für legitim, deutsche Handelsinteressen mit Waffengewalt zu schützen.</p>
<p>Hand in Hand damit geht damit, was Joschka Fischer laut Kundnani in einem Kommentar für die &#8220;<a title="SZ" href=" http://www.sueddeutsche.de/">Süddeutsche Zeitung</a>&#8221; treffend festgehalten hat: die Abnahme des historischen Bewusstseins in Deutschland.</p>
<p>Natürlich unterscheidet sich der heutige Nationalismus Deutschlands vom mörderischen Chauvinismus, Rassismus und Expansionismus des Deutschen Reichs in den 1930er und 1940er Jahren, die in der Shoah und dem Weltkrieg gipfelten. Auch der Vergleich mit Bismarcks Machtpolitik ist unfair. Aber das, was Jürgen Habermas treffend die deutsche &#8220;solipsistische Denkweise nennt, ist schädlich für Europa.</p>
<p>Wie sagte doch der liberale EP-Abgeordnete Wolfgang Klinz  (ALDE, FDP) sinngemäß: Souveränitätsdenken und nationale Eigeninteressen dominieren im heutigen Deutschland; zum Schaden Europas, und letztlich auch zum Schaden Deutschlands, jedenfalls mittelfristig.</p>
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		<title>Singapor: Eine Hilferuf der demokratischen Opposition</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 10:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Singapor Democratic Party (SDP), Mitglied der Liberalen Internationale, macht auf die Lage in Singapore aufmerksam und ersucht um Unterstützung. Wenn auch Singapore der Verfassung nach eine demokratische Republik ist werden oppositionelle demokratische Parteien und ihre Exponenten verfolgt und sogar für minimale Aktivitäten eingesperrt, zuletzt Gandhi Ambalam und Generalsekretär der SDP, Dr. Chee Soon Juan. Ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="SDP" href="http://yoursdp.org/">Singapor Democratic Party (SDP), </a>Mitglied der <a title="Liberal International" href="http://www.liberal-international.org/">Liberalen International</a>e, macht auf die Lage in Singapore aufmerksam und ersucht um Unterstützung.</p>
<p>Wenn auch Singapore der Verfassung nach eine demokratische Republik ist werden oppositionelle demokratische Parteien und ihre Exponenten verfolgt und sogar für <a title="Politische Verfolgung Singapore" href="http://yoursdp.org/index.php/news/singapore/3310-cuffed-shackled-and-chained">minimale Aktivitäten </a>eingesperrt, zuletzt Gandhi Ambalam und Generalsekretär der SDP, Dr. Chee Soon Juan. Ihr Verbrechen: unerlaubte Kundgebung. Die beiden hatten Flugzettel verteilt. Die Haftbedingungen in Singapore entsprechen kaum internationalen Menschenrechtsstandards: Die beiden waren ohne Möglichkeit zur körperlichen Betätigung 24h eingesperrt, Bücher wurden ihnen weggenommen.</p>
<p>Eine effektive Möglichkeit, die Demokraten in Singapore zu unterstützen, besteht darin, ihre <a title="Publikationen SDP" href="http://yoursdp.org/gallery/publications/2740-publications-delivery-to-other-countries">Festschrift zum 30. Geburtstag </a>zu erstehen. Sie ist in englischer Sprache erschienen und vermittelt einen guten Einblick in das politische System Singapores und den Kampf um Demokratie. Sie ist nicht teuer, hilft aber der Partei moralisch und finanziell.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zwei Appelle zum Nahostkonflikt, die unsere Aufmerksamkeit verdienen</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 10:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronald J. Pohoryles</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die israelische Friedensbewegung hat nun auch international Unterstützung bekommen, und dies in etwas unterschiedlicher Form, aber mit dem gleichen Grundtenor: Bei aller Verantwortung, die Europa gegenüber dem Staat Israel und seinem Existenzrecht hat, kann man die Augen vor der forcierten Siedlungspolitik Israels, die von der aktuellen Regierung zu verantworten ist, nicht verschliessen. Kritik daran ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die israelische Friedensbewegung hat nun auch international Unterstützung bekommen, und dies in etwas unterschiedlicher Form, aber mit dem gleichen Grundtenor: Bei aller Verantwortung, die Europa gegenüber dem Staat Israel und seinem Existenzrecht hat, kann man die Augen vor der forcierten Siedlungspolitik Israels, die von der aktuellen Regierung zu verantworten ist, nicht verschliessen. Kritik daran ist keinesfalls unsolidarisch und nicht zwangsläufig antisemitisch. Der Appel auf <a title="Jcall.eu" href="http://www.jcall.eu" target="_blank">jcall.eu</a> hat eine Reaktion von <a title="Jcall.info" href="http://www.jcall.info" target="_blank">jcall.info</a> hervorgerufen, die ihrer Stellungnahme auch versucht, auf die Gefahr der Nähe zum Antisemitismus und auf die Mitschuld der palästinensichen Seite verweist.</p>
<p>Ich habe beide Resolutionen unterschrieben. Die Gegensätze sind kleiner als der gemeinsame Grundtenor.</p>
<p><span id="more-1240"></span></p>
<div id="col1_content">
<h2>Hier der Text von jcall.eu, der unter anderem von Daniel Cohn-Bendit und Bernard Henri Levi unterschrieen wurde:</h2>
<h2>Appell an die Vernunft</h2>
<div>
<p>Wir sind europäische Bürger jüdischer Herkunft, die aktiv in das politische  und gesellschaftliche Leben unserer jeweiligen Länder involviert sind. Was immer  auch unsere persönliche Agenda sein mag, ist die Verbindung mit dem Staat Israel  Teil unserer Identität. Die Zukunft und Sicherheit dieses Staates, mit dem wir  unverbrüchlich verbunden sind, besorgt uns sehr.</p>
<p>Wir stellen fest, dass die Existenz Israels erneut gefährdet ist. Die  Gefährdung von außen ist nicht zu unterschätzen, doch ist diese nicht die  einzige Gefahr. Eine Gefährdung liegt auch in der Besatzung und in dem Auf- und  Ausbau der Siedlungen im Westjordanland und in den arabischen Vierteln  Ost-Jerusalems, die ein moralischer Fehler und ein politischer Irrtum sind und  die u. a. zu dem inakzeptablen Vorgang der Delegitimierung Israels als Staat  führen.</p>
<p>Aus diesem Grunde haben wir beschlossen, uns basierend auf folgender  Grundlage zu engagieren :</p>
<ol>
<li>Die Zukunft Israels bedingt notwendigerweise die Schaffung des Friedens mit  dem palästinensischen Volk und die Gründung eines palästinensischen Staates  gemäß dem Prinzip « zwei Staaten für zwei Völker ». Wir alle sind uns dessen  bewusst, dass dieses Anliegen dringend ist. Bald wird Israel sich mit zwei  katastrophalen Alternativen konfrontiert sehen : Entweder werden die Juden eine  Minderheit in ihrem eigenen Land sein oder es wird im Lande ein Regime  entstehen, das Israel beschämen und die Gefahr eines Bürgerkrieges  heraufbeschwören wird.</li>
<li>Es ist daher von größter Wichtigkeit, dass die Europäische Union gemeinsam  mit den Vereinigten Staaten von Amerika Druck auf beide Parteien ausübt und  ihnen hilft, eine vernünftige und schnelle Regelung des  israelisch-palästinensischen Konflikts zu erreichen. Trägt doch Europa  angesichts seiner Geschichte die Verantwortung für diese Weltregion.</li>
<li>Die endgültige Entscheidung liegt bei den Israelis, dennoch soll die  Solidarität der Juden weltweit die Israelis dazu ermutigen, die richtige  Entscheidung zu treffen. Die systematische Identifizierung mit der Politik der  israelischen Regierung ist gefährlich, weil sie im Gegensatz zu den echten  Interessen des Staates Israel stehen kann.</li>
<li>Wir möchten eine europäische Bewegung gründen, die die Stimme der Vernunft  zum Ausdruck bringt. Diese Bewegung möchte über den traditionellen  Meinungsverschiedenheiten stehen und setzt sich die Zukunft Israels und seine  Koexistenz mit einem souveränen und lebensfähigen palästinensischen Staat zum  Ziel.</li>
</ol>
<p>In diesem Geiste rufen wir dazu auf, <a title="Jcall.eu" href="http://www.jcall.eu" target="_blank">unseren Appell </a>zu  unterschreiben.</p>
</div>
</div>
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