Abschied vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen?

An dieser Stelle ist schon öfter die Programmierung und Gestionierung kritisiert worden. Der ORF erfüllt seinen Bildungsauftrag, dem er die Privilegien eines öffentlich-rechtlichen Senders verdankt, immer weniger. Nachrichtensendungen werden gekürzt, viel Geld in Unterhaltungsshows verschleudert, die sich obendrein noch als Rohrkrepierer erweisen: Wer denkt noch an “Mitten im Achten”; der Flop mit Herrn Dominic Heinzl läuft noch immer. Das RSO konnte nur durch einen massiven Aufschrei der Öffentlichkeit gerettet werden. Ein Wunder, wie dieser großartige Klangkörper auch während  seiner Existenzbedrohung das hohe Niveau halten konnte.

Trotz riesiger Investitionen in diversen Ramsch, oder auch wegen dieser, hat der ORF weiterhin Quoten verloren und beachtliche Defizite gebaut – soweit zur kaufmännischen Qualität der ORF-Führung.

Nunmehr hat der ORF-Generaldirektor gezeigt, dass er daraus überhaupt nichts gelernt hat: Er kündigt mit großem Pomp eine Neuprogrammierung von Herbst 2010-Mai 2011 an; Quotenverluste sind garantiert…

Statt verbessertem Informations- und Dokumentationsprogramm und besserer Platzierung der entsprechenden Sendungen sowie Eigenproduktion von niveauvollen Unterhaltungssendungen und gehobenen Spielfilmen aus dem In- und Ausland setzt Wrabetz seine – durchaus erfolglose – Politik der Koproduktionen, vorwiegend mit deutschen Privatsendern fort, ja steigert sie ins Absurde. Wobei die Produktion von Trash auch bei Privatsendern floppt. RTL 2 hat jüngst mehrere dieser Produktionen gestoppt und verspricht verbesserte Qualität und Niveausteigerung…

Zwar kooperiert der ORF auch gelegentlich mit öffentlich-rechtlichen bundesdeutschen Sendern. Aber nicht etwa bei den zahlreichen niveauvollen Sendungen: Beim “Wettlauf zum Südpol” mit Hermann Maier; zugegeben: gehaltvoller als der restliche Trash immerhin. Es wird an den historischen Wettkampf zwischen Amundsen und Scott um den Südpol gemahnt.

Die Entwicklung des ORF ist besorgniserregend – außer für die Führung. Dem Standard ist zu entnehmen, dass der bestverdienende ARD-Intendant auf immer 310.000 € Jahresgehalt kommt. Seine österreichischen Pendants verdienen immerhin 350.000 € – ohne den jährlichen Bonus von 15%. Einen Malus ist übrigens nicht vorgesehen…

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