WM-Splitter; auch ein Europasprecher kann an der WM nicht vorbeikommen

von Ronald J. Pohoryles am 25. Juni 2010 | 1 Kommentar

Nordkorea oder Frankreich? Premierminister, Sportministerin und deren Staatssekretärin sowie ein Repräsentant einer vor dem Viertelfinale ausgeschiedenen Mannschaft wurden vom Präsidenten zum Rapport zitiert.

Eine besondere Schnurre soll den Leserinnen und Lesern des Blogs nicht vorenthalten bleiben:

Eine interessante Umfrage hat gestern (am 24. Juni) die französische Tageszeitung (!) “L’Équipe”, ein ausschließlich dem Sport gewidmetes Blatt, übrigens ein ausgezeichnetes, veranstaltet. Immerhin 60.000 Französinnen und Franzosen haben sich daran beteiligt: “Ist es die Aufgabe von Nicolas Sarkozy, die Probleme des französischen Fußballs zu lösen?”. Erstaunliches Ergebnis: Jeder Fünfte bejahte diese Frage.  Man stelle sich Ähnliches in Österreich vor: “Ist es die Aufgabe Faymanns …”; lassen wir diese Frage lieber beiseite.

Die Frage hat aber, man glaubt es kaum, einen realistischen Hintergrund: Thierry Henry, Gallionsfigur des französischen Angriffsfußballs (und derzeit sowohl beim FC Barcelona als auch bei der  Nationalmannschaft eher auf der Reservebank zu finden), wurde von Sarkozy zum Rapport bestellt und zu diesem Zweck in einer Privatmaschine aus Südafrika abgeholt. Ebenfalls zum Rapport bestellt wurden schon vorher Premierminister François Fillon, Roselyne Bachelot, die Ministerin für Gesundheit und Sport,  die Staatsekretärin Rama Yade.

Die, in Südafrika anwesende, Ministerin verlangte ein “audit”; jedenfalls aber hat Sarkozy die Abhaltung eines umfassender umfassenden Konsensuskonferenz (États généraux) für den Fußball im kommenden Oktober einberufen. Im Parlament forderten die Abgeordneten einen eigenen parlamentarischen Untersuchungsausschuss.  

Das nennt man Entschlossenheit…

1 Kommentar zu diesem Beitrag:

  1. Jérôme Segal | 25. Juni 2010

    Das nenne ich riesige Rauchfahne um die Unzufriedenheit der Bevölkerung zu maskieren (riesige Demo gestern für die Erhaltung des Pensionssystem, aber viele Journalisten waren damit beschäftigt, über Thierry Henry bei Sarko zu berichten – Das Elysée Palast hat übrigens nur ein Auto am Fghf Bourget geschickt).

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