Nach Italien, der Slowakei und anderen EU-Ländern, etwa auch den Niederlanden, schockiert ein neues, wenn auch erwartetes Wahlergebnis: In Ungarn hat FIDESZ, dessen Radikalität nur durch das noch radikalere Auftreten der Jobbik verdeckt wurde, eine absolute Mehrheit der Stimmen errungen, und eine 2/3-Mehrheit der Abgeordneten scheint noch immer in Reichweite, wenn auch unwahrscheinlich. Die regierenden Sozialisten sind erwartungsgemäß abgestürzt, die Liberalen SZDSZ, zu lange Koalitionspartner der Sozialisten, am Wiedereinzug gescheitert. Jobbik ist nunmehr drittstärkste Kraft im ungarischen Parlament.
Historisch erinnert die Konstellation ein wenig an das autoritäre System in der Zwischenkriegszeit: Das autoritäte System des “Reichsverwesers” Horthy stand den nazi-freundlichen Szálasi-Pfleikreuzlern gegenüber. Man möge historische Parallelen nicht überstrapazieren – schon Marx meinte in einem Hegel unterschobenen Zitat, die Geschichte wiederhole sich zweimal, hinzufügend einmal als Komödie, einmal als Farce. Aber es wird ungemütlicher in Europa; die ungarischen Ergebnisse tragen das ihrige dazu bei.
In gewisser Weise folgt Ungarn dem italienischen Beispiel: Die regierenden Sozialisten unter Bettino Craxi haben durch das Ausmass der Korruption das gesamte italienische Parteiensystem zu Fall gebracht – Resultat: Berlusconi und seine neo-faschistischen Bündnispartner…


