Zum Tod von Alfred Hrdlicka: Das hat er sich nicht verdient
von Ronald J. Pohoryles am 6. Dezember 2009 | Kein KommentarAlfred Hrdlicka (1928 – 2009) war einer der bedeutendsten Künstler, die dieses Land in der Nachkriegszeit hervorgebracht hat. Seine Kunst zu besprechen ist nicht mein Ressort; sie war aber immer auch politisch.
Glaubwürdig die Trauer der Sozialdemokraten und der Grünen, denen ich mich in meinem eigenen, aber sicher auch im Namen des LIF anschliesse. Wehren kann er sich aber nicht mehr gegen die scheinheiligen Krokodilstränen von ÖVP und – man staune – FPÖ.
Sein Protest gegen Krieg, Faschismus und Gewalt brachte er künstlerisch zum Ausdruck; in Erinnerung sind das berühmte Pferd als Protest gegen Waldheims verschleierte Nazi-Vergangenheit; jenes Pferd, als die figurale Umsetzung eines Witzes des verstorbenen Altkanzlers Fred Sinowatz gedacht: Dieser hatte gemeint, dass wohl Waldheims Pferd bei der SA-Reiterei gewesen sei, wenn es Waldheim nicht gewesen wäre.
Die ÖVP schäumte damals; “Nestbeschmutzer” und “Uralt-Stalinist” waren noch die harmlosesten der Beschimpfungen, die sich Alfred Hrdlicka von dieser Seite anhören durfte. Von der FPÖ zu schweigen…
Sein wohl umstrittenstes Werk – und meiner Meinung nach sein wichtigstes – war das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus, das 1991 fertiggestellt wurde. Nicht nur die Rechte protestierte, auch Opfer fühlten sich durch die Darstellung des zum Putzen mit der Zahnbürste gezwungenen Juden an die Vergangenheit erinnert und brüskiert. Ich halte es dennoch für ein großartiges Mahnmal.
Verhöhnung eines Toten, anders läßt es sich nicht erklären, dass die ÖVP ausgerechnet die unerbittliche Innenministerin die Trauer der Konservativen heucheln lässt. Nur überboten vom Hohn der FPÖ, die aus dem Mund ihrer Kultursprecherin – ja, das soll die FPÖ tatsächlich haben – verkünden lässt, dass Hrdlicka zwar ein Kommunist gewesen wäre, aber “aus seinem Herzen”…
Man bleibt sprach- und fassungslos angesichts dieser Geschmacklosigkeiten.













