Unter spanischer Präsidentschaft wurde 1996 der Barcelona-Prozess ins Leben gerufen, der zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Mittelmeer-Ländern führen sollte. Nachdem dieser über mehr als ein Jahrzehnt kaum weitergekommen ist, hat unter französischer Präsidentschaft die Mittelmeer-Union (Union de la Méditerranée) wieder an Dynamik gewonnen.
Diese Union steht im Kontext der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union. Im Juli 2008 wurde in Paris die Leitung dieser Union Frankreich und Ägypten überantwortet, das Büro in Barcelona eingerichtet. Die Mittelmeer-Union umfasst nunmehr die 27 EU-Staaten sowie 16 Partner im Nahen Osten und im südlichen Mittelmeer-Raum. Ein partnerschaftliches Verhältnis und die Inagriffnahme konkreter Projekte sollen dafür Sorgen, dass die Mittelmeer-Union diesmal ein Erfolg wird.
Die Liberalen fordern die kommende spanische Präsidentschaft auf, der politischen Bedeutung der Mittelmeer-Union Nachdruck zu verleihen, eine Freihandelszone im Mittelmeer-Raum einzurichten sowie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit dort einzufordern, wo dies nur unzureichend der Fall ist und jene Parteien und die Zivilgesellschaft zu unterstützen, die sich für Freiheit, Menschenrechte, Emanzipation der Frauen, Demokratie und Marktwirtschaft einsetzen.


