Der vom Europäischen Parlament vergebene Sacharov-Preises für Menschenrechte und Gedankenfreiheit wird der russischen Menschenrechtsorganisation ‘Memorial’ zuerkannt werden. Darauf haben sich die Fraktionschef der im EP vertretenen Parteien geeinigt. Die Organisation wurde von Andrei Sacharov selbst in den 1980er Jahren gegründet, um das Andenken an die Opfer des Stalinismus wachzuhalten. Zahlreiche Mitglieder der Gruppe, etwa Oleg Orlov, Sergei Kovalev und Ludmilla Alexejewa haben dafür gesorgt, dass die Organisation sich zu einer Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Bürgerinnen- und Bürgerrechte in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion weiterentwickelt hat.
Der litauische liberale Abgeordnete Leonidas Donskis (LCU, Lithuania), einer der Unterstützer der Preisverleihung an Memorial, wies zunächst auf die Leistungen der Gruppe hin, wies aber auch auf die Bedeutung der Entscheidung in Hinblick auf die Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union hin und bezeichnete die Entscheidung als ein starkes Signal an die russische Führung.
Auf der Shortlist für die Preisverleihung stand auch der in Eritrea geborene schwedische Journalist und Schriftsteller Dawit Isaak, der ohne Prozess seit 2001 in Eritrea inhaftiert ist; sein ‘Verbrechen’ war das Eintreten für demokratische Reformen in diesem afrikanischen Land. Auf Antrag des ALDE-Vorsitzenden Guy Verhofstadt wurde beschlossen, dass dieser die Auszeichnung ebenso verdient hätte und besondere Unterstützung durch das Europäische Parlament erhalten wird.






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