Wie der Canard Enchaîné berichtet, ist die Iranische Nuklear-Energieorganisation, deren Vorstand niemand anderer als der religiöse Führer Ali Khamenei ist, gemeinsam mit der unter Staatseinfluss stehenden Areva im Verhältnis von 40,4% zu 59,6% an der Firma Sofidif beteiligt, die ihrerseits zu 25% an Eurodif beteiligt ist. Eurodif ist Eigentümer der Fabrik in Tricastin (Drôme) beteiligt, die sich mit der Anreicherung von Uran beschäftigt. Die Firma ist im Pariser 9. Bezirk registriert. Tricastin ist für ein Viertel der Weltproduktion des angereicherten Urans verantwortlich.
Die Zusammenarbeit begann noch zu Zeiten des Schah-Regimes unter amerikanischer Mithilfe, um den Iran aus seiner Erdöl-Abhängigkeit zu befreien. 1974 beteiligte sich der Iran an Eurodif, einem europäischen Konsortium unter französischer Führung. Das Wissen, das in Eurodif entwickelt wurde, namentlich mit der Zentrifugentechnologie, hat wohl zum Bau der 3.000 Zentrifugen in der iranischen Uran-Anreicherungsanlage in Quom mitgeholfen.
Premierminister Chirac reiste 1974 zum Schah, um von diesem 1 Milliarde Dollar als Kredit zu erhalten, um die Fabrik in Tricastin zu errichten. Diese Anleihe wurde nach der islamischen Revolution zurückgezahlt, um die Abhängigkeit vom Iran zu verringern. Ein Ende der iranischen Beteiligung an Eurodif wurde aber nie auch nur angedacht. Rechtlich gesehen hat der Iran Anspruch auf 10% des angereicherten Urans. Paris beteuert aber, nur Dividenden im Ausmaß von rund 7 M€ ausbezahlt, nie aber angereichertes Uran an den Iran geliefert zu haben.


