Rettet das RSO – jetzt!

von Ronald J. Pohoryles am 15. Mai 2009 | Kein Kommentar

Schon im Dezember des Vorjahres habe ich darauf hingewiesen: Das Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) ist in seiner Existenz bedroht. Und damit fragt sich einmal mehr, womit der ORF eigentlich seine öffentlich-rechtliche Legitimation rechtfertigt.

Jetzt wird es ernst. Umso wichtiger ist es, die Petition zur Erhaltung des RSO auf www.onlinepetition.at zu unterstützen.

Das RSO – Wien (Radio-Symphonieorchester Wien) gehört zu den wichtigsten Klangkörpern dieses Landes. Rundfunkorchester als solche sind in Europa keine Seltenheit. Das RSO hat aber fraglos eine herausragende Stellung. International renommiert ist es in seiner Programmgestaltung ist es einzigartig, bekannt für seine Interpretationen von (nicht nur) zeitgenössischer Musik.

Der öffentlich-rechtliche ORF profitiert in seiner Programmgestaltung von diesem Orchester. Ö1, der Qualitätssender des Österreichischen Rundfunks, der auch im europäischen Vergleich eine hohe Reichweite erzielen kann, verdankt seine österreichische Programmidentität nicht zuletzt diesem Klangkörper.

Die Kosten des RSO betragen gerade einmal 0,8% des ORF-Budgets, was angesichts der Leistungen des Orchesters lächerlich ist. Dem stehen – jedenfalls nach Angaben des RSO – abgesehen vom kulturpolitischen Nutzen eine Umwegrentabilität von 32 M€ gegenüber; über letzteres lässt sich natürlich diskutieren, aber das ist auch nicht die entscheidende Frage.

Beim RSO geht es um eine kulturell bedeutsame Institution, die durch kurzfristige provinzielle Überlegungen gefährdet ist. Von unschätzbarem Wert bei der Pflege zeitgenössischer Musik und bei der Förderung junger Künstlerinnen und Künstler.

Womit der ORF  mit der Ausgliederung oder gar der Auflösung des Orchesters seinen Kulturauftrag erfüllen will? Mit Soap-Operas, die vom ORF sogar noch Lizenzen zahlen muss? Eine etwaige Ausgliederung des RSO verlangt darüberhinaus die Erstellung eines ausgereiften Finanzplanes, wozu sich der ORF vornehm verschweigt.

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