Liberales Forum äußert Unverständnis für Ausstieg aus CERN

CERN-Ausstieg ist einmal mehr erschreckendes Symptom für den prekären Zustand von Wissenschaft und Forschung in Österreich.

Bestürzt und verwundert zeigte sich heute die Parteispitze des Liberalen Forums über den angekündigten Ausstieg Österreichs aus dem Kernforschungsprojekt CERN. Wenn dieser Schritt tatsächlich gesetzt wird, so bedeutet das nicht nur einen schweren Rückschlag für die Forschung in Österreich, auch zahlreiche Wirtschaftsbetriebe wären betroffen.

Ein Land wie Österreich kann und darf es sich nicht leisten, auf eine Mitwirkung an einem dermaßen bedeutenden Projekt der Grundlagenforschung zu verzichten. Budgetknappheit kann hier keine Ausrede sein, denn ein Abseitsstehen Österreichs von internationaler Forschung würde längerfristig viel größeren Schaden anrichten, als mit Ersparnis des Mitgliedsbeitrages kurzfristig erreicht werden kann. Zudem ist höchst besorgniserregend, dass der Wissenschaftsminister versucht, Forschungstreibende gegeneinander auszuspielen; es ist völlig unglaubwürdig, dass die 20 M€ nicht aus dem Budget getätigt werden könnten, ohne die restliche Forschungslandschaft zu beschädigen.

Besonders unverständlich ist, dass der Ausstieg gerade jetzt beschlossen wurde, wo nach einer Phase der Aufbauarbeit und großen Investitionen in das Forschungsprojekt nun bald mit relevanten Forschungsergebnissen zu rechnen sein wird. Zuerst die Anschaffungen mitfinanzieren, und dann nicht mehr dabei zu sein, wenn die Früchte geerntet werden können, ist eine besonders unsinnige Wissenschaftspolitik, die ihren Namen gar nicht verdient.

Leider ist diese schockierende Entscheidung einmal mehr ein Symptom für den prekären Zustand von Forschung und Wissenschaft in Österreich. Es wäre dringend geboten, sowohl den österreichischen Universitäten als auch den außeruniversitären Forschungseinrichtungen eine tragfähige Zukunftsperspektive zu bieten. Stattdessen schlittern die hiesigen Forschungseinrichtungen bereits seit Jahren von einer Krise in die nächste. Solange Wissenschaftsminister Hahn im Amt ist, scheinen die Perspektiven für wissenschaftlichen Nachwuchs in Österreich sehr düster zu bleiben.

Eine Antwort auf Liberales Forum äußert Unverständnis für Ausstieg aus CERN

  1. Andy sagt:

    Darüber wollte ich schon als Wähler heute einen Artikel schreiben, stattdessen werde ich vermutlich eher hierher verlinken, denn hier agiert Österreich bzw. der zuständige Minsiter wie Honda in der Formel1:

    Erst die Entwicklung zahlen und die Lorbeeren anderen überlassen – sehr schlau!