Die Plenarkonferenz der österreichischen Universitätskonferenz fordert den Nationalrat auf, die Novelle zum UOG 2002 nicht zu beschließen, die Studierenden den Zugang zur Universität erleichtert. Dies trotz des beschämenden Umstands, dass Österreich sowohl in der Zahl der Studierenden als auch der Akademikerinnen und Akademiker weit unter dem OECD-Durchschnitt liegt. Dies ist ein Kniefall vor dem Wissenschaftsministerium, das Zugangsbeschränkungen zum Magisteriumstudium fordert, statt für einen massiven Ausbau der Universitäten und die damit verbundenen Zukunftsinvestitionen einzutreten. Damit stellt Österreich einen Sonderfall in Europa dar: Mit den Lissabon-Zielen haben sich die EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, den Schwerpunkt der Politik auf Wissenschaft und Forschung auszurichten.
Die Analyse ist schon richtig: Österreich braucht mehr Studienplätze und eine deutliche Verbesserung des Verhältnisses von Studierenden und Lehrenden. Die Schaffung von zusätzlichen 1’050 Studienplätzen allein für das Medizinstudium und zumindest eben so vieler für das Psychologiestudium kostet Geld – genau dies aber zu fordern, ist die Aufgabe der Universitätskonferenz. Die Forderung, statt dessen den Zugang zum Studium beschränken, ist ein Weg zurück ins 19. Jahrhundert, wo akademische Ausbildung ein Privileg der begüterten Schichten war.
Dieser Weg würde Österreich im Wettbewerb der globalisierten Wissensgesellschaft weiter zurückfallen lassen. Das sich die Universitätskonferenz hier zum Handlanger missbrauchen lässt zeigt, zu welchem Rückschritt das UOG 2002 geführt hat. Univ.-Prof. Dr. Badelt hat schon mehrfach bewiesen, dass ihm der Provinzialismus der österreichischen Universitätslandschaft nichts ausmacht, wenn er für seine Unterstützung des aktuellen Wissenschaftsministers von diesem auch gelobt wird. Die Bestellung der Rektoren wird ja dank des UOG 2002 immer stärker von der Politik beeinflusst.
Die Verquickung des Themas der Krise der Universitäten mit den Studiengebühren zeigt, wie unseriös die Universitätskonferenz argumentiert. Statt eine ausreichende Universitätsfinanzierung, verbesserte Arbeitsbedingungen für Studierende und Lehrende zu fordern und Modelle dafür zu entwickeln, dass Studierende ohne materielle Sorge und Nebenerwerbstätigkeit ihren Studien nachzugehen, tritt die Universitätskonferenz für ständische Interessen ein.
“Liberale fordern eine ausreichende Finanzierung der Universitäten, günstige Kredite für Studierende zur Deckung ihres Lebensunterhalts und die Grundsicherung, damit die Schuldenbelastung bei Berufsantritt nicht zu hoch wird. Die Universitätskonferenz soll sich darum kümmern und nicht um die Erhaltung der derzeitigen Privilegien der Akademikerinnen und Akademiker und im besonderen der Universitätsangehörigen.”


