Die OECD hat heute ihren Bericht “Education at a Glance” veröffentlicht. Die Studie bestätigt voll inhaltlich die Forderungen des Liberalen Forums: Ohne eine gänzliche Neuorientierung in der Universitätspolitik wird Österreich den Wettbewerb in der globalisierten Wissensgesellschaft nicht bestehen. Österreich hat zu wenige Lehrende und Studierende an den Hochschulen und Universitäten, schlechte Arbeitsbedingungen für Lehrende und Studierende, zu wenig Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs und eine unzureichende Infrastruktur. Die Einführung eines Numerus Clausus ist in diesem Kontext absolut lächerlich.
Das LIF fordert eine Neuordnung:
- Finanzierung der Studien durch Mindestsicherung und günstige Kredite, die erst nach Berufseintritt rückzahlbar werden
- verbesserte Arbeitsbedingungen der Universitätsangehörigen, etwa durch Abschluss des längst fälligen Kollektivvertrags
- Karriereförderung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler
- Ausbau der Universitäten
Hier einige Fakten aus dem umfangreichen OECD-Bericht “Education at a Glance”
- Österreich hat zu wenig Studierende im tertiären Sektor: In Österreich nehmen lediglich 40% eines Jahrgangs ein Hochschulstudium auf (OECD-Durchschnitt: 56%). Das LIF hat darauf hingewiesen, dass ein umfassendes Studienfinanzierungssystem nötig ist, das neben der Grundsicherung auch günstige und mit Berufseintritt rückzahlbares Darlehen umfasst. Darüber hinaus ist der zügige Ausbau und die Neuerrichtung von Universitäten unerlässlich, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
- Dies ist vor allem auf die Hochschulpolitik zurückzuführen: Seit damals ist die Zahl der Studienanfänger nur um 13% gestiegen (OECD-Durchschnitt 19%). Zu erinnern ist daran, dass seit 2000 (!) die Zahl der Studierenden kontinuierlich gesunken ist und erst 2006 das Niveau von 1999 erreicht worden ist.
- Verschärft ist die Situation noch dadurch, dass die Dropout-Rate in Österreich weit über dem OECD-Durchschnitt liegen: Österreich hat hier eine erschreckend hohe Quote von 29%. Lediglich 21% eines Jahrgangs schließt ein Hochschulstudium ab (OECD-Durchschnitt 37%. Seit 1995 ist der Anteil der Hochschulabsolventen in Österreich um lediglich 11% gestiegen (OECD-Durchschnitt: 17%).
- Dies steht in einem deutlichen Missverhältnis zu den Aufwendungen pro Hochschulabsolvent(in): Hier liegt Österreich mit fast 80.000 US-$ im Spitzenfeld (OECD-Durchschnitt: 47.159 US-$.
- Der Anteil von Akademikern an den 25- bis 64-Jährigen liegt daher bei nur 18% (OECD-Durchschnitt: 27%). Seit 1995 hat sich die Akademikerquote nicht verändert!
- Die soziale Selektivität der tertiären Ausbildung ist enorm; er ist lediglich in Portugal höher als in Österreich.


