Gleich in zwei Tageszeitungen reitet Badelt heute seine Kampagnen für die Beibehaltung der Studiengebühren: In einem Interview im Standard und in einem Kommentar in der Presse. Christoph Badelt hat, was den beklagenswerten Zustand der österreichischen Universitäten betrifft, durchaus Recht. Das renommierten Schanghai-Ranking zeigt, dass sich unter den besten 50 Universitäten Europas keine einzige österreichische Universität befindet, unter den besten 100 gerade zwei.
Die Debatte über die Studiengebühren ist aber rein ideologisch. Badelt gibt selbst zu, dass die derzeitigen Studiengebühren lediglich etwa 5,5%, also rund 150 Millionen €, zur Finanzierung der Universitäten beitragen. Den Ausfall aus dem Budget zu ersetzen, scheint Badelt unglaubwürdig. Wieso eigentlich? In einem Interview im Standard, das Badelt am gleichen Tag publizieren ließ, argumentiert er, dass 2010 rund 2,6 Milliarden € erforderlich wären. Weitere 0,15 Milliarden würden den Staat in den Ruin stürzen? Das ist, mit Verlaub, glatter Unsinn! Nicht zu vergessen, dass bis 2020 der Anteil des Universitätsbudgets von derzeit 1,2% des BIP auf 2% steigen soll. Welchen Anteil erbringen dann die derzeitigen Studiengebühren?
Studiengebühren sind aber nicht die einzige Barriere, die ein effizientes Studium behindern: Studierende müssen neben dem Studium jobben; ein Studium ohne materielle Sorgen ist wohl eine mehr als billige Forderung, wenn man von den Absolventinnen und Absolventen berufliche Spitzenleistungen erwartet. Ein ausreichender Kredit sollte nicht nur die Studiengebühren, sondern auch den Lebensunterhalt sichern. Ergänzend dazu wäre die Grundsicherung ein Garant dafür, dass bei Berufsantritt der Absolventen die Schuldenlast nicht zu drückend wird.
Ein “Chaos” sagt Badelt voraus, wenn die Studiengebühren wegfielen – 150 Millionen €, knapp mehr als 5% des Universitätsbudget, dass die Republik aus dem Budget problemlos ersetzen könnte. Die Nationalratswahlen werfen ihren Schatten voraus. Dies gilt für die politischen Parteien, und so ist der Vorstoß der SPÖ verständlich. Aber leider lässt sich anscheinend auch ein Rektor für parteipolitische Zwecke einspannen.


