Ein Leserbrief an den FALTER – und sein Schicksal

In einem Artikel im FALTER beschwerte sich Frau Tóth über den Linksruck in der österreichischen Parteienlandschaft – da sie so besorgt war, schrieb ich einen Leserbrief, in dem ich sie beruhigte: Die SPÖ ist tatsächlich – vermutlich – sozialdemokratisch, der ÖVP glaubt man ihre soziale Ader ohnedies kaum, der rechte Rand war schon immer sozial, aber nur für nationale…

Und das LIF hat die Grundsicherung nicht als Wahlzuckerl erfunden, wie Frau Tóth meint, sondern vertritt diese Position seit seiner Gründung.

Der Falter ließ in der Publikation meines Leserbriefs genau jene Passage aus, die die Position des LIF erläutert und Frau Tóth hier korrigiert.

Hier die weggelassenen Teile des Leserbriefs:

Auch das LIF macht ihr Sorgen:

“Und die Liberalen? Mit ih­ren Vorschlägen wie „Grundsicherung für alle“ und einer 80-prozentigen Steuer für absolute Spitzenverdiener drängeln auch sie dorthin, wo schon die anderen sechs Mitbewerber längst um überschaubaren Platz kämpfen. Ins spendable, linke Eck.”

Und mein Kommentar dazu:

Eine besondere Pointe ist aber, dass die gute Frau entdeckt, dass das LIF “ins spendable, linke Eck” dränge. Es dürfte ihr wohl entgangen sein, dass das LIF seit seiner Gründung die bedingungslose Grundsicherung für alle fordert, freilich nicht ohne auf Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und Markt zu verzichten. Nachhaltige Entwicklung erfordert ein Gleichgewicht zwischen Ökonomie, Sozialem, Ökologie und politischen Rechten. Dies erst im Wahlkampf zu erkennen – und dies noch dazu verkürzt – ist einer Qualitätszeitschrift wie dem “Falter” nicht würdig.

Den restlichen Leserbrief kann man – unzensiert – auf meinem Blog nachlesen; interessant aber ist, dass genau jene Passage weggelassen wurde, die auf das LIF verwies. Ohne böse Absicht zu unterstellen und bei aller Anerkennung des Rechts der Redaktion auf Kürzungen: Diese war doch recht ungeschickt…

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